Nach 0:2 Rückstand: EHC dreht Spiel gegen Bremerhaven - Des Meisters blaues Auge

Der EHC hat gegen Bremerhaven in Spiel 3 große Probleme, siegt aber nach Rückstand mit 5:2. "Wir haben uns zur richtigen Zeit gepusht".
| Matthias Kerber
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Jubel vor der Fankurve: Doppeltorschütze Patrick Hager feiert beim hart erkämpften 5:2 gegen Bremerhaven.
gepa pictures/ho Jubel vor der Fankurve: Doppeltorschütze Patrick Hager feiert beim hart erkämpften 5:2 gegen Bremerhaven.

München - Der Eishockey-Goliath wankte gewaltig, aber am Ende fiel er doch nicht. Der EHC Red Bull München, der Double-Meister, der sich auf der selbstauferlegten Triple-Mission befindet, setzte sich vor 5910 Zuschauern am Oberwiesenfeld gegen Bremerhaven mit 5:2 durch. Der EHC führt damit in der Best-of-seven-Serie nun mit 2:1, Spiel vier steigt am Mittwoch (19.30 Uhr) in Bremerhaven.

Frank Mauer und Patrick Hager treffen jeweils doppelt

Dabei sah der EHC lange Zeit gar nicht meisterlich aus. Der Auftritt war behäbig, blutleer, teils selbstgefällig. Bremerhaven, das in München schon in Spiel eins einen 0:2-Rückstand gedreht und München mit 4:3 nach Verlängerung in die Knie gezwungen hatte, trieb den Red Bulls den Angstschweiß auf die Stirn. Der Eishackler-David hatte gut gezielt und führte 2:0. Doch dann brachten Frank Mauer, Patrick Hager jeweils mit Doppelpack und Jon Matsumoto München auf die Siegerstraße und beseitigten so alle Gleichgewichtsprobleme des Goliaths.

"Wir haben 30 Minuten gebraucht, um überhaupt ins Spiel zu finden", sagte Trainer Don Jackson. "Wir haben uns sehr schwer getan, aber Kompliment an die Jungs, dass sie das Spiel überhaupt gedreht haben." Doppeltorschütze Hager analysierte: "Wir schaffen es bis jetzt nicht, 60 Minuten konstant unser Spiel aufs Eis zu bringen. Heute sind wir nochmal mit einem blauen Auge davongekommen und haben uns zum richtigen Zeitpunkt gut gepusht."

Anreise-Odyssee bei Bremerhaven

Bremerhaven hatte eine Anreise-Odyssee hinter sich. Das Team von Coach Thomas Popiesch war am Freitag gleich nach der 3:6-Heimpleite in den Mannschaftsbus gestiegen, um die gut 800 Kilometer hinter sich zu bringen. Die Fahrt dauerte aufgrund von Schnee-Wirren über zwölf Stunden. In München nahm der EHC dann in einem Freundschaftsdienst die Schmutzwäsche in Empfang, da die Gäste keine Zeit mehr gehabt hatten, nach Spiel zwei die Wäsche zu machen.

Blitzsauber der Auftritt der Gäste. In der 14. Minute traf Christopher Rumble ins kurze Eck zum 1:0! Ausgerechnet jener Rumble, der nach seinem üblen Stockschlag in Partie eins gegen Dominik Kahun zum meistgehassten Mann der Nordkurve avanciert war.

0:1 zur Pause. Doch es kam noch schlimmer. Eine 5:3-Überzahl (Keith Aulie und Konrad Abeltshauser saßen draußen) nutzte Bremerhaven nach neun Sekunden. Das 2:0 durch Mike Hoeffel (31.). Zwei Minuten später ging EHC-Ass Frank Mauer durch – 2:1. „Unser Spiel ist nicht gut genug. So können wir nicht auftreten!“, analysierte Mauer zur Pause.

In der Kabine muss Coach Don Jackson ähnliche Worte gefunden haben, nach nur 66 Sekunden des Schlussabschnitts versenkte Hager den Puck zum 2:2. In der 48. Minute zündete Kahun den Turbo, dann legte er perfekt zu Mauer. Das 3:2, der fünfte Playofftreffer des Nationalstürmers. In der 53. Minute tanzte Hager Gäste-Goalie Tomas Pöpperle aus – 4:2! Jon Matsumoto erhöhte auf 5:2 (57.). Ein Ergebnis, das aber über den Spielverlauf hinwegtäuscht. Matthias Kerber

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