Dauerregen auf Oktoberfest Nasser Wiesn-Start: Kommt nach dem Zaun ein Dach?

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Dieses Jahr war das erste Wiesn-Wochenende so verregnet wie schon seit Jahren nicht mehr. Foto: Bernd Wackerbauer Foto: az

Tief „Theresia“ ist schuld, dass die Wiesn-Fans nasse Füße bekommen haben. Doch der Dauerregen hat auch etwas Gutes. Noch nie war ein Wiesnbummel so entspannt wie am vergangenen Wochenende.

 

München - Leider passen Gummistiefel so gar nicht zur Tracht und erst recht nicht zum Dirndl. Deshalb bekamen vor allem Frauen beim Wiesnauftakt ganz schnell nasse Füße. Wer ohne Regenhaut oder Schirm über die Theresienwiese bummelte, war innerhalb weniger Minuten nass bis auf die Haut. Dafür blieb einem allerdings das übliche Gedränge und Geschiebe erspart. Der Bummel über die Wiesn war ein feuchtes, aber trotzdem fröhliches Vergnügen.

Der Regen begann am Samstagmorgen und ließ den gesamten Tag nicht nach. Es schüttete wie aus Kübeln. „50 Liter waren es innerhalb von 24 Stunden von Samstag- bis Sonntagmorgen“, errechnete Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Normalerweise fallen im gesamten September in München etwa 60 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter.

Zuletzt 2000er Wiesn so verregnet

„So greilsig war’s no nia!“, musste selbst Münchens OB Dieter Reiter eingestehen. Ehefrau Petra pflichtet bei: „Die letzten Meter beim Einzug mussten wir schauen, dass wir nicht davonschwimmen.“ So geschüttet hat’s zum Wiesnauftakt selten. TV-Moderatorin Uschi von Dämmrich-Luttitz: „Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so gegossen hat.“ Zuletzt war die 2000er Wiesn ähnlich verregnet. Die Älteren erinnern sich mit Schaudern noch an das Jahr 1974. Auf der Bibber-Wiesn hat es damals sogar geschneit.

Festbesucher in Regenschutz warten am 17.09.2016 auf dem Oktoberfest in München (Bayern) auf den Einlass ins Hofbräuzelt. Foto: Bernd Wackerbauer

Den Wiesn-Wirten spülte der Regen die Gäste regelrecht ins Haus. Das Hofbräuzelt musste als Erstes wegen Überfüllung zeitweise schließen.

Auch vor den übrigen Bierburgen bildeten sich immer wieder lange Schlangen. Doch wer etwas Ausdauer und vor allem einen Schirm hatte, konnte den Einlass abwarten.

Ganz harte Wiesnfans saßen trotz Schnürlregen draußen im Biergarten. Das hatte den Vorteil, dass die Maß immer schön kühl blieb und der Krug auch nie richtig leer.

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Nach dem Zaun vielleicht ein Dach?

Bös’ nass nei ging’s den Schaustellern. Helmut Radlinger, Sprecher der Schausteller: „So einen schlechten Start hatten wir seit fünf oder sechs Jahren nicht mehr. Aber am Wetter können wir nichts ändern, deshalb schauen wir mit rosaroter Brille in die Zukunft. Schaun’s, mittlerweile regnet es nicht mehr, sondern es nieselt beständig. Jetzt, wo wir die Wiesn schon eingezäunt haben, könnten wir sie auch überdachen.“

 

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