Das rät die AZ-Redaktion Münchner Wochenend-Tipps: Gehen Sie doch mal ins Museum

Die Neue Pinakothek wird bis 2028 für 220 Millionen Euro umgebaut. Die beliebtesten Werke des Hauses sind in die Alte Pinakothek und die Sammlung Schack umgezogen. Foto: imago images/Sven Simon

Am Wochenende Puppen anschauen, Antikes oder Modernes bewundern: Wo man sich beeilen sollte, weil bald saniert wird – und welche Jahreskarte lohnt.

 

München - Nicht nur an schönen Sonnentagen zieht's viele Münchner in die Natur. Draußen, im Englischen Garten oder am Flaucher, ist’s schön – keine Frage.

Doch in München gibt's wirklich viele schöne Drinnen-Ecken, die es lohnt zu entdecken. Die einen sind gruseliger als die anderen. Etwa das Panoptikum am Ende des Rundgangs durch die Sammlung Puppentheater und Schaustellerei im Stadtmuseum. In seiner jetzigen Form kann man es noch bis Ende 2022 sehen.

Dann wird das Museum am Jakobsplatz generalsaniert, und viele Exponate wandern ins Depot. Jeden zweiten Mittwoch im Monat hat das Stadtmuseum sogar bis 20 Uhr geöffnet. Umbau ist in Münchens Museenlandschaft ein großes (Reiz-)Thema, denn viele Häuser gehörten früher als später saniert.

München-Tipp: Jahreskarte für vier städtische Museen

Und schon jetzt sind viele Türen zu: Die Neue Pinakothek wird bis 2028 für 220 Millionen Euro umgebaut. Die beliebtesten Werke des Hauses sind in die Alte Pinakothek und die Sammlung Schack (übrigens auch einen Besuch wert) umgezogen. Die Archäologische Sammlung bleibt noch bis 2022 zu, in der Glyptothek wird bis 2021 gewerkelt.

Die Sammlung Goetz in Oberföhring (eines der wenigen kostenlosen Museen) ist bis Herbst 2021 geschlossen. Im Haus der Kunst bröckelt es von den Wänden. Einen Sanierungsplan will der Landtag aber erst 2021 beschließen. Der Direktor der Antikensammlung steht schon hinten an, auch sein Haus am Königsplatz müsste erneuert werden.

Im Museum Fünf Kontinente wurde schon renoviert, allerdings wird im Zuge der Fassadenerneuerung künftig noch mal die Ausstellung umgestellt. Ein Grund mehr, heuer richtig oft ins Museum zu gehen – und auch die kleinen Kunsteinrichtungen nicht zu vernachlässigen. Ein Tipp: Die Jahreskarte für die vier städtischen Museen kostet nur 20 Euro. (Lea Kramer)

Ein Feuerwehrmuseum aus Leidenschaft

Seit 40 Jahren sammelt Andreas Abend Hydranten, Feuerwehrhelme, Uniformen und Wasserpumpen. Alles, was irgendwie mit der Freiwilligen Feuerwehr München zu tun hat, findet sich in Abends Museum. Vor 40 Jahren begann die Sammelleidenschaft des gelernten Dekorateurs, seit vier Jahren präsentiert er seine rund 1.000 Exponate in eigens angemieteten Kellerräumen.

Abend selbst ist seit 2004 bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. "Als Mitglied interessiere ich mich natürlich für die Arbeit, der 'alten' Kameraden", erklärt er. Andreas Abends Museum zeugt nicht nur von der Geschichte der Feuerwehr in München, sondern auch von einer besonderen Leidenschaft. (Paul Nöllke)
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Rosenheimer Straße 220, kostenlose Besichtigung nach Absprache: Andreas.Abend@gmx.de

Kopf, Hand und Herz: Sinnes-Kitzel für Kinder

Das Kindermuseum am Hauptbahnhof ist ein ungewöhnlicher Ort. In der Wechsel-Ausstellung im Starnberger Flügelbahnhof dürfen Kinder alles anfassen – und sogar Brotzeit machen! Das kleine Museum öffnet Kopf, Herz und Hand für neue Erfahrungen nach dem Motto "Hands on – minds on".

Themen waren "Dschungel", "Müll", oder die "Seifenblasen-Träume". Hier konnten Kinder schillernde Riesenblasen zerplatzen lassen, mit geheimnisvollen Seifenschläuchen experimentieren oder in Schaumbergen panschen. Aktuell lockt die Schau "Licht an, Licht aus". Denn ohne den Zauber des Lichts wäre alles dunkel und kalt. (Eva von Steinburg)
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Arnulfstraße 3, für Kinder ab vier Jahren, Eintritt: 5,50 Euro

Museum, Einkehr – und ein legendärer Pater

Klein, aber sehr fein ist das Museum der Marianischen Kongregation in der Bürgersaalkirche, das ich sehr regelmäßig besuche, wenn ich „in der Stadt“ bin. Einfach die stimmungsvolle Unterkirche durchgehen – und eintreten. Ausgestellt sind wertvollste liturgische Gegenstände und Paramente, die die Wittelsbacher der 1610 gegründeten Vereinigung gestiftet hatten, auch das legendäre "Augustinerkindl".

Zu sehen gibt es aber auch eine Ausstellung über das Leben des Paters und Widerständlers Rupert Mayer, der 24 Jahre lang Präfekt der Gemeinschaft war, gegen die Nazis predigte und sogar im KZ einsaß. Seit 1948 liegt der 1987 seliggesprochene Jesuit in der Unterkirche bestattet. Er bleibt unvergessen. (Thomas Müller)

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Neuhauser Straße 14, täglich bis 19 Uhr, Eintritt frei

Wittelsbacher Schätze, die verzaubern

Für (Königs-)Kinder, die schon alles haben, hat der französische Hof 1810 für Marie-Louise von Österreich zur Hochzeit mit Bonaparte ein 120-teiliges Reiseservice fertigen lassen, natürlich aus Gold, Elfenbein und allem sonst, was Adel und Kirche einander damals so schenkten. Das Köfferchen enthält neben Picknick-, Waschzeug, sogar Zahnarzt-Instrumente – und ist eine Schau!

Über erbliche Umwege kam das gute Stück in die Schatzkammer der Residenz, den Wittelsbacher Hausschatz also, und ist dort neben Kronen, Insignien und Goldschmiedearbeiten früherer Zeiten ausgestellt. Hier zu bummeln, verzaubert jeden Besucher. Tipp: Audio-Guide mitnehmen (gratis!). (Michael Schilling)

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Residenzstraße 1, täglich 10–17 Uhr, 7 Euro (erm. 6)

Verloren in Ozeanien

Man könnte sagen, dass es wie Urlaub ist, wenn man im Museum Fünf Kontinente über einen Markt in Myanmar schlendert oder ein Werk des ghanaischen Künstlers Paa Joe betrachtet. Könnte man sagen, aber darum geht’s mir nicht im Fünf Kontinente. Ich liege gerne in kuscheligen Ecken der großzügigen Räume und lese. Im Orient des ethnographischen Museums habe ich mich auf dicke Polster gebettet schon völlig in den Geschichten aus arabischen Kinderbüchern verloren.

Als nächstes passierte mir Ähnliches in Ozeanien, wo ich urlaubsbräsig auf einem Liegestuhl unter einer Palme lag und Geschichten von Indigenen las. Eventuell habe ich mich danach in eine Art Tipi-Höhle im Nordamerika-Teil des Museums gesetzt und einfach lange rausgeschaut. So lange, bis ein Kind hinein wollte – und ich notgedrungen wieder seriöse Sachen betrachtet habe. (Jasmin Menrad)

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Maximilianstraße 42, Di-So 9.30-17.30 Uhr, 5 Euro Eintritt

Antwort auf viele Fragen im Deutschen Museum

In diesem Haus kann man sich so wunderbar verlieren: wegen seiner schieren Größe – und seiner tollen Schaustücke. Natürlich: Vieles wirkt aus der Zeit gefallen, aber die riechbare Staubigkeit entfaltet ihren ganz eigenen Charme. Hier erhält man Antworten auf so viele Fragen, die man sich im Alltag stellt – oder von Kindern immer wieder gestellt bekommt.

Als Nicht-Ingenieur kommt man da ins Schwitzen. Warum schwimmt ein Schiff? Wie fliegt ein Vogel? Zwischen Bergwerk und fernen Galaxien sind Welten zu entdecken. Und selbst, wenn man das Riesentrumm auf der Museumsinsel irgendwann ganz gesehen hat: Das Verkehrszentrum auf der Schwanthalerhöhe und die Flugwerft Schleißheim gehören auch zur Museumsfamilie! (Philipp Seidel)

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Museumsinsel 1, täglich 9 Uhr bis 17 Uhr, Eintritt 14 Euro

 

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