"Das hält keine Gesellschaft aus" Seehofer fordert von Merkel klare Position in Flüchtlingskrise

Horst Seehofer will beim Koalitionsgipfel mit Angela Merkel über die Flüchtlingskrise beraten. Der CSU-Chef fordert deutlich schnellere Asylverfahren für Menschen ohne Bleibeperspektive. Foto: dpa

Horst Seehofer hat Angela Merkel aufgefordert, endlich eine klare Position bei der Verteilung der Flüchtlinge einzunehmen - auf Dauer halte das keine Gesellschaft aus. Zudem warnt er vor einem Stimmungsumschwung in der Bevölkerung.

 

Rott a. Inn - CSU-Chef Horst Seehofer hat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine klare Position bei der Verteilung der Flüchtlinge in der EU gefordert. "Wir können nicht als Bundesrepublik auf Dauer bei 28 Mitgliedsstaaten beinahe sämtliche Flüchtlinge aufnehmen", sagte Seehofer am Sonntag bei einer Feierstunde zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß im oberbayerischen Rott a. Inn. "Das hält auf Dauer keine Gesellschaft aus." Seehofer kündigte intensive Gespräche mit Merkel beim Koalitionsgipfel am Abend in Berlin an.

Konkret forderte der CSU-Vorsitzende deutlich schnellere Asylverfahren für Menschen ohne Bleibeperspektive. Er denke dabei an nur wenige Tage oder Wochen, präzisierte Seehofer. Er kritisierte, dass bis zum Jahresende voraussichtlich 350 000 unerledigte Asylverfahren in Deutschland aufliefen.

 

Seehofer warnt vor Stimmungsumschwung

Seehofer warnte vor einem Stimmungsumschwung in der Bevölkerung, was die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen betrifft. "Eine demokratisch legitimierte Rechte verhindern Sie nur, wenn Sie die Sorgen und Ängste in der Bevölkerung aufnehmen", sagte Seehofer. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hatte der Deutschen Presse-Agentur am Samstagabend gesagt, die Entscheidung Merkels für eine Aufnahme der in Ungarn festsitzenden Flüchtlinge sei im Parteipräsidium einmütig als "falsche Entscheidung" gerügt worden.

 

20 Kommentare