Das Forum Humor und Komische Kunst in den Kammerspielen Von Polt bis Dicht und Ergreifend: Benefiz für das Projekt im Schlachthof

 Foto: Adrian Prechtel

Lachsalven beim Befizabend für das „Forum Humor und komische Kunst“, das auf private Initiative hin in der Alten Viehbank im Schlachthof entstehen soll. Noch allerdings fehlt die Zusage für eine finanzielle Unterstützung des Freistaats.

Es gibt sie, die „Lachsekunde“, die wie die Schrecksekunde eine Verzögerung ist zwischen Wahrnehmung und Reaktion. Im schnellen Lauf wurden am Samstag in den Kammerspielen Satirezeichnungen gezeigt – unter anderen von Gerhard Glück, Peter Gaymann, Michael Sowa und Rudi Hurzlmeier. Schauen, lesen, kurz denken – und lachen, da war schon der nächste Witz auf der Bühnenleinwand.

Georg Schramm geht ins Altenheim und Rebers wählt jetzt AfD

Vor allem aber Kabarett-Spitzen sind ja Unterstützer der komischen Forums-Idee, und das ist nicht nur lustig ... so wenn Georg Schramm sich „probeweise in ein Altenheim einweist“. Der kleinste Albtraum dabei ist noch, wie er sich zum Nachmittagsnickerchen hinlegt, aber von Eckhart von Hirschhausen mit Clownsnase aufgeschreckt wird, um zum Lachseminar-Nachmittgagprogramm abgeholt zu werden. Oder Andreas Rebers, der als unheimlicher, verklemmter Fließenleger auf Partnersuche geht: eine eisige Milieustudie mit Richtungswechsel zur AfD. Gisela Schneeberger ging passend dazu historisch weit zurück und erwähnte in ihrer Dieter-Hildebrandt-Lesung auch Martin Morlock, der 1950 schon erkannte: „Man trägt wieder Nationalismus“, ein Gedicht was damals auch die Abendzeitung abdruckte.

Axel Hacke ist harmlos heiter - wie die Kinseherin 

Da ist Axel Hacke mit seiner bildungsbürgerlich süffisanten Amüsanz harmlos heiterer. Und Luise Kinseher lieferte die Pointe: „Weißwurst ist ein wunderbarer Tofu-Ersatz, wenn man kein Vegetarier ist.“ Die Brücke zwischen Kabarett und Musik schlugen die Gebrüder Well – mit Polt, der bairisch, japanisch und italienisch intonierte, bis zu einer Startenor-Persiflage mit atemgroßem Baritonal-Dauerton, der in tosendem Schlussapplaus endete. Was zu den Niederbairisch-Rappern Dicht und Ergreifend führte. Da musste das Silberlocken-Publikum stehend mitwippen: eine zeitgemäße Erfahrung. Denn wie sagte Vereinsvorstand Reinhard Wittmann: „So ein Forum Humor muss auch die Jungen erreichen.“     

 

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