Das erste Kräftemessen FC Bayern: Warum der Supercup so wichtig für Niko Kovac ist

Wer lässt im Supercup die Muskeln spielen: Bayern-Trainer Niko Kovac (l.) oder BVB-Coach Lucien Favre? Foto: dpa, AZ-Montage

Beim Supercup am Samstag kommt es zum deutschen Clásico: Dortmund empfängt die Bayern. "Wir sind hellwach. Der BVB hat sich im Vergleich zur vergangenen Saison verstärkt", sagt Trainer Niko Kovac.

 

München - Niko Kovac war sehr gut drauf am Freitagmittag.

Der Bayern-Trainer kam im schwarzen Hoodie zur Pressekonferenz. Dunkel gekleidet, helles Gemüt. Der 47-Jährige scherzte, lachte, grinste. Und das nach dieser Woche mit Irrungen und Wirrungen rund um den Fall des avisierten Transfers von Leroy Sané. Augenscheinlich hat es ihm und seiner Stimmung nicht geschadet. Er wirkt ausgeglichen, locker, irgendwie wissend. Teilzeit-Philosoph Kovac sagte: "Jetzt ist jetzt. Morgen ist die Zukunft."

Kovac kämpft weiter um Anerkennung

Samstag also. Samstag ist Supercup. Vizemeister BVB empfängt die Bayern zum ersten Duell des Jahres (20.30 Uhr, ZDF DAZN und im AZ-Liveticker). Da kann Kovac den ersten Pokal der Saison gewinnen – oder kann er ihn lediglich verteidigen? Vor Jahresfrist hatte der Kroate sein erstes Pflichtspiel mit Bayern gegen seinen früheren Verein Eintracht Frankfurt 5:0 gewonnen. Trotz des Doubles kämpft Kovac weiter um Anerkennung. Auch das konnte man beim Hoodie-Auftritt erkennen. Thema Wertigkeit des Supercups.

"Wenn man ihn gewinnt, ist alles okay", holte er aus, "wenn nicht, ist alles schlecht". Kovac bedauert, dass "der Titel in Deutschland eigentlich keine Wertigkeit besitzt". Wie von einem Reporter spaßeshalber vorgeschlagen, wollte er sich auch nicht "Triple-Sieger" nennen, die kleine Falle umschiffte er souverän.

Aber, so Kovac: "Ich finde, es ist ein schöner, wichtiger Pokal, den wir alle im Verein gewinnen wollen. Früher in der Jugend haben wir jeden Pokal gefeiert und mit ins Klubhaus genommen. Da kam dann die Fassbrause rein." Dortmund, auch noch auswärts: Eine erste, ganz frühe Reifeprüfung für die Münchner – knapp zwei Wochen vor dem echten Saisonstart, dem Bundesliga-Auftaktspiel gegen Hertha BSC (16. August).

Kovac: BVB wird "erster Verfolger" sein

Kovac erwartet ein "intensives Spiel, es wird sicher noch nicht alles klappen, wie es dann in der Saison sein soll". Für den Bayern-Trainer werden die Dortmunder "wieder der erste Verfolger sein", daneben nennt er stets Leverkusen und Leipzig, also die vier Champions-League-Teilnehmer, das Top-Quartett der letzten Saison. Doch Kovac versicherte: "Wir sind hellwach. Der BVB hat sich im Vergleich zur vergangenen Saison verstärkt."

Allerdings können nicht alle Neuzugänge die Bayern herausfordern. Nationalspieler Julian Brandt (Adduktorenprobleme) muss ebenso passen wie Talent Mateu Morey (Schulter ausgerenkt). Fraglich ist der Einsatz von Thorgan Hazard und Stammtorhüter Roman Bürki. Bereit stehen die anderen Neuen, Nico Schulz und Ex-Bayer Mats Hummels.

Ein Sieg im Supercup bringt Kovac Ruhe

Das erste Kräftemessen, der deutsche Clásico, diesmal um ein Titelchen, ist ein Duell zwischen Kovac und BVB-Trainer Lucien Favre (61), der ebenfalls nicht unumstritten ist, aber wie Kovac in sein zweites Amtsjahr geht. Beide stehen vor der Weggabelung, im Erfolgsfall eine Ära prägen zu können oder im Worstcase-Szenario frühzeitig gehen zu müssen.

In der vergangenen Saison sah man sich nur zweimal, ganz ohne Supercup oder Duell im DFB-Pokal. Im November gewann Dortmund das Heimspiel mit 3:2 – obwohl Bayern doppelt in Führung lag.

Kovac schlitterte in eine Krise, berappelte sich jedoch. Vor allem das furiose 5:0 gegen den BVB Anfang April und die damit einhergehende Aufholjagd (insgesamt machte man seit dem Winter satte neun Punkte gut) half ihm, sein Standing an der Säbener Straße zu verbessern.

Gewinnt Bayern am Samstag, hat Kovac vor allem eins gewonnen: Ruhe. Darauf dann auch eine Fassbrause!

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