Daniel Bierofka sieht sich bestätigt Statistik beweist: TSV 1860 wird von Schiris benachteiligt

Oft nicht einer Meinung: Trainer Daniel Bierofka (r.) und die Schiedsrichter, hier Florian Lechner im Spiel gegen Münster. Foto: firo/AK

Eine Statistik soll belegen, was Trainer Bierofka schon befürchtet hat: Der TSV 1860 wird in der 3. Liga überdurchschnittlich oft von den Referees benachteiligt. "Das ist sehr schade", sagt der Coach.

 

München - Gerechter Lohn und tatsächlicher Ertrag. Das ist beim TSV 1860 so eine Geschichte. Nach dem Aufstieg war es Lehrgeld. Eine ganze Serie später Gegentore. Mehrfach hieß es: Rückschlag statt Deckel drauf! Zuletzt regte sich in Trainer Daniel Bierofka aber aus einem anderen Grund der Zorn – der Zorn über die Schiedsrichter.

19 Punkte haben die zehntplatzierten Löwen an bisher 15 Spieltagen der Dritten Liga geholt. Dabei wären es mehr gewesen. Eigentlich. "Eine Fehlentscheidung ist mal in Ordnung. Zwei kann man mal mit blauem Auge wegstecken. Aber wenn es fünf sind – es waren fünf glasklare Fehlentscheidungen", ärgerte sich Bierofka selbst nach dem 2:1-Sieg im Test-Kick gegen den FC Ingolstadt 04.

Bierofka: "Sehr schade"

Besagte Aktionen hatten nicht gegen das Schlusslicht der Zweiten Liga stattgefunden, sondern schon im vorherigen Liga-Duell mit dem Halleschen FC (1:1). Bierofka fand es "sehr schade", dass die Fehlentscheidungen von Schiri Justus Zorn "von der Öffentlichkeit unter den Teppich gekehrt worden" wären – und befeuerte damit die Diskussion erneut.

Prompt tauchte jüngst eine Statistik auf, die Bierofkas Aussagen stützt und den Ärger des Löwen-Dompteurs nachvollziehbarer macht: Die Sechzger wurden satte sieben Mal durch eine Fehlentscheidung eines Unparteiischen benachteiligt. Das geht aus einem Bericht des Online-Portals "liga3-online.de" hervor. Ex-Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati analysierte für das Portal 150 Spiele an den ersten 15 Spieltagen.

77 Fehlentscheidungen – und sieben davon entfielen auf Sechzig

Das Resultat? 136 strittige Szenen, 77 Fehlentscheidungen – und sieben davon entfielen auf Sechzig. Hinter Preußen Münster, das acht Mal benachteiligt wurde, ist das der zweithöchste Wert. Der Hauptbestandteil: vier fehlerhafte Strafstoß-Entscheidungen. Zwei Elfmeter bekamen die Sechzger gegen die Spielvereinigung Unterhaching und gegen den Halleschen FC (jeweils 1:1) gegen sich, beide hätten Rafati zufolge nicht gepfiffen werden dürfen. In den Partien gegen Halle und Sonnenhof Großaspach (2:2) dagegen hätten ihnen zwei Elfmeter zugesprochen werden müssen, den oft verpfiffenen Löwen.

Stellt sich die Frage nach den Konsequenzen. Was muss ein Drittliga-Schiedsrichter nach Fehlentscheidungen fürchten? "Die Schiedsrichter werden bei allen Spielen beobachtet, durch einen Beobachter im Stadion", erklärte ein DFB-Sprecher dazu auf AZ-Anfrage: "Darüber hinaus wird jede Spielleitung in der Woche nach dem Spiel noch mit einem Coach im Detail aufgearbeitet."

Analyse ja, Sanktionen vorerst aber nicht, denn: Ein Unparteiischer könnte zwar ausgetauscht werden, jedoch erst nach dem Ende einer Spielzeit. Ein Drittliga-Schiri gelte "zunächst einmal perspektivisch als potenzieller Nachwuchs für die 2. Bundesliga und die Bundesliga", so der DFB über die Anwärter für höhere Aufgaben: "Wenn ihnen eine Spielleitung nicht gelingt, dann wird daran gearbeitet, dass sie aus Fehlern lernen und sich verbessern."

"Auf das besinnen, was wir selbst beeinflussen können"

Für 1860-Sportchef Günther Gorenzel seien Benachteiligungen "ärgerlich" und auch "nicht wegzudiskutieren", doch der 47-Jährige erklärte der AZ, dass man sich "an die eigene Nase packen" müsse: "Wir müssen uns auf das besinnen, was wir selbst beeinflussen können."

Im schweren Duell am Sonntag um 13 Uhr beim Tabellen-dritten Karlsruher SC gehe es allem anderen voran um die Einstellung: "Wir können auch beim KSC gewinnen, mit dieser Überzeugung müssen wir dorthin fahren." Und mit der Hoffnung, dass sich Bierofka und Gorenzel nicht über die nächsten Fehlentscheidungen ärgern müssen. 

 

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