CSU-Staat Bayern Mailen bis der Arzt kommt

Weil er nicht locker ließ, sollte er im Innenministerium "verarztet" werden: Florian Streibl Foto: dpa

Florian Streibl, der  Landtagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler, hat das Innenministerium offenbar schwer genervt.

 

München-Eigentlich ist der Landtagsabgeordnete Florian Streibl pumperlgsund. Umso mehr überraschte den Oberammergauer jetzt ein E-Mail-Verkehr aus dem Innenministerium. Dort wurde diskutiert, wer den Streibl letztendlich „verarztet“. Die fehlgeleiteten Schreiben gewähren tiefe Einblicke der ganz besonderen Art. Denn Sorgen um die Gesundheit des Parlamentarischen Geschäftsführers der Freien Wähler hat man sich in der bayerischen Behörde dabei keineswegs gemacht.

Vielmehr waren die Beamten offenbar genervt von einer Anfrage des Abgeordneten. Der wollte von Innenminister Joachim Herrmann wissen, warum gewisse Züge demnächst am Bahnhof Ohlstadt nicht mehr halten sollen, was viele Menschen, insbesondere Schulkinder und deren Eltern, vor große Probleme stellt.

„Wenn’s um Züge geht – muss man immer warten, aber wir warten seit Mitte November auf Antwort“, ließ Streibl nicht locker, als vom Innenministerium nichts kam.
Erst da wurde man im Hause Herrmann offenbar tätig. Ein „Sachgebiet“ schob dem anderen die Anfrage zu. Bis schließlich ein Beamter per Mail die Anweisung gab: „Ich befürchte, MdL Streibl müssen Sie ,verarzten’.“ Das Wort hat er extra noch in Anführungszeichen gesetzt.

„Dieses Verhalten zeigt schon eine gewisse Respektlosigkeit der Ministerien gegenüber den Problemen der Menschen vor Ort und gegenüber gewählten Volksvertretern“, ärgert sich Streibl. Und gibt Alleinherrscher Horst Seehofer gleich eine mit: „Es lässt tief blicken, welchen Stellenwert die Legislative bei der Staatsregierung hat.“

 

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