Corona-Spaziergang Altschwabing: Rund um den Nikolaiplatz

Atemberaubend, wie wildromantisch sich der Nikolaiplatz präsentiert, hier seine verwunschene, eingewachsene Rückseite. Foto: Sigi Müller

Spazierengehen ist zum Glück ja noch erlaubt. Für einen gemütlichen Bummel hätten wir einen guten Tipp.

 

Schwabing - Das Wetter der letzten Wochen hat mir so manchen meiner Stadtspaziergänge verhagelt, wobei Hagel das Einzige war, was nicht dabei war. Wir hatten Regen, Schnee, Graupelschauer und Sturm, aber fast keine Sonne. Zwischen Sturm und Wolkenfetzen, manchmal nur ein paar Minuten Sonne – da musste man schon sehr schnell vor Ort sein. So bin ich auch immer wieder einmal an den Nikolaiplatz, benannt nach der ehemaligen Nikolaikirche, die bereits 1898 abgebrochen wurde. Nur eine Gedenktafel erinnert noch daran.

An diesem Platz bin ich also gestanden und habe auf Sonne gewartet, die dann erst einmal nicht kam. Dafür habe ich viele schöne Besonderheiten an diesem schönen Stück Altschwabing entdeckt. An zwei Nachmittagen hatte ich dann sogar auch mal Glück mit der Sonne, die immer mal wieder durchkam und so entstanden diese Aufnahmen: wunderschöne Fassaden an den Gebäuden, aufwendig renoviert, alles Häuser, die so um die Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts entstanden sind. Dazu verwinkelte Hinterhöfe, Villen, mehrstöckige alte Gebäude, schöne alte Haustüren, auch zwei kleinere, offenbar noch ältere Häuschen mit einem Tattoostudio und "Alles Wurscht, einem Imbiss mit dem Nikolaigarten, einem der kleinsten Biergärten in ganz München.

Altschwabing mit versteckten Sehenswürdigkeiten

Daneben verwilderte Gärten und die Seidlvilla aus dem Jahr 1905, erbaut von Emanuel von Seidl. 1970 sollte sie ja der Spitzhacke zum Opfer fallen, bürgerschaftlicher Protest der Schwabinger hat dieses Kleinod mit großem Garten dann gerettet, seit 1975 steht die Villa unter Denkmalschutz. Heute gehört die Villa der Stadt und das Bürgerzentrum mit seinen zahlreichen Veranstaltungen sorgt für reges Leben. Zwischendurch finden sich hier am Platz freilich auch Neubauten, eine Tagesklinik, ein Irish Pub, ein Hotel und ein Brautmodenladen.

Noch befindet sich der schmucke Platz im Winterschlaf. Die Bäume sind kahl und der Fischerbrunnen von Eugen Mayer-Faßold aus dem Jahr 1928 ruht noch in seiner Holzverschalung. Nicht mehr lange, dann blüht es und sprudelt es hier wieder. Ja, es gibt viel zu sehen in der eher ruhigen Umgebung. Und man muss sich schon ein bisschen Zeit nehmen, um auch die versteckten Sehenswürdigkeiten entdecken oder die Schönheit einzelner Hausfassaden studieren zu können. Ein Spaziergang durch diesen besonderen Teil Altschwabings lohnt sich gerade jetzt in jedem Fall – bei jedem Wetter.

In diesem Sinne eine schöne Woche

Ihr Sigi Müller

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