Chaos im Nahverkehr Münchens U-Bahn-Problem: SPD mit klarer Forderung

, aktualisiert am 16.11.2017 - 08:09 Uhr
Oft brechend voll: Die U-Bahnen in München. Foto: imago

Münchens Nahverkehr steht derzeit kurz vor dem Kollaps – das liegt unter anderem auch an zu wenigen einsatzbereiten U-Bahnen. Die Stadtrats-SPD wendet sich jetzt in einem Antrag an die Stadtwerke und fordert darin deutlich: "U-Bahnen kaufen, die fahren".

München - Wer aktuell mit der U-Bahn fahren muss, braucht ein dickes Fell. Neben Verspätungen und Zugausfällen sind die Waggons oft brechend voll. Einer der Hauptgründe: Die Stadt hat momentan zu wenige U-Bahnzüge, um das gesamte Netz während der Stoßzeiten ausreichend zu versorgen. In der Folge müssen manche Fahrten gestrichen werden – Menschenmassen quetschen sich dann in die Züge, die übrig bleiben und oft sogar noch verkürzt werden müssen.

Hat München also zu wenige U-Bahnen? Das stimmt so nicht ganz! Denn vor sieben Jahren haben die Stadtwerke München (SWM) insgesamt 20 Züge der Baureihe C2 bei Siemens geordert, bisher wurden zwölf geliefert – 2013 wurden die modernen U-Bahnen dann den Münchnern stolz präsentiert. Danach folgte eine Reihe von Defekten und Komplikationen (unter anderem mit der Zulassung durch den Freistaat Bayern), weswegen die neuen Züge kaum noch zum Einsatz kamen. Sie verkehrten lediglich auf der U6.

Neue Züge schon wieder außer Gefecht

"Bis heute ist nur ein Teil dieser Züge für nur einen kleinen Teil des U-Bahnnetzes zugelassen. Aktuell fährt keiner dieser Züge wegen eines Defektes – und das schon wieder seit einigen Wochen", schreibt die SPD in einem Antrag an die SWM. Die Stadtratsfraktion fordert darin, "künftig U-Bahnzüge zu beschaffen, die auch im Betrieb zuverlässig fahren". Aktuell sind die U-Bahnen wegen Problemen am Stromabnehmer außer Gefecht gesetzt.

Eigentlich hätte München also genügend U-Bahnen – doch statt zu fahren und die Münchner von A nach B zu befördern, versauern die Züge seit Wochen auf den Abstellgleisen des Depots.

In ihrem Antrag findet die SPD deutliche Worte und legt das Hauptproblem offen dar: "Die Kunden der Münchner U-Bahn erwarten zurecht, dass für ein System, das in seinen Grundbestandteilen seit über 50 Jahren besteht, auch kompatible und funktionstüchtige Fahrzeuge beschafft werden." Ihre klare Forderung lautet: "U-Bahnen kaufen, die fahren".

Doch statt sich nach möglichen Alternativen umzuschauen, möchte die MVG weitere C2-Züge im Münchner U-Bahnnetz sehen. Laut BILD-Zeitung wollen die Stadtwerke 46 weitere C2-Modelle bestellen, 24 von ihnen sollen noch bis 2023 auf den Gleisen fahren. Die SPD möchte zukünftige Bestellungen verhindern.

 

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