Champions-League-Auslosung Wolff Fuss: "Bayern - Das Beste in Europa!"

Gegen wen Bayern welche Chancen hätte, wer Geheimfavorit ist – die AZ hat alle Gegner mit Sky Kommentator Wolff gecheckt. Foto: firo/AZ

Am Freitag Mittag werden in Nyon die Paarungen fürs Viertelfinale der Champions League ausgelost. Sky-Kommentator Wolff Fuss checkt die Gegner und gibt Prognosen über die Chancen der Bayern ab.

 

München - Welche Kugel hätten’s denn gern? Am Freitag rollen sie wieder, die Loskugeln der Uefa. High Noon in Nyon (12 Uhr, live bei Sky und Eurosport), die Viertelfinal-Auslosung der Champions League.

Vom besten, weil hochkarätigsten Viertelfinale aller Zeiten ist diesmal die Rede, alle Gruppensieger haben sich durchgesetzt. Wie sagt man so schön? Es gibt keine Kleinen mehr!

Das Unternehmen Triple-Verteidigung für den FC Bayern: Es ist eine heikle Angelegenheit. „Es hat nicht umsonst noch niemand geschafft“, sagte Thomas Müller beim „Audi Star Talk“. „Es ist kein Kindergeburtstag, man muss gegen die Topmannschaften erst mal bestehen.“

Am 1./2. und 8./9. April müssen die Bayern also an ihre Leistungsgrenze gehen. „Jeder, der im Viertelfinale steht, kann die Champions League gewinnen“, sagt Arjen Robben und warnt: „Wenn man mal eine schwache halbe Stunde hat, kann es schon vorbei sein.“

Möglich ist dabei auch ein deutsches Duell mit Dortmund. BVB-Trainer Jürgen Klopp sagt über die verbliebenen acht Mannschaften: „Wenn man sieht, wer im Viertelfinale noch dabei ist – das ist die Creme de la Creme des europäischen Fußballs...“, Pause, „...und wir.“

Für Wolff C. Fuss, Kommentator bei „Sky“, ist es aber durchaus möglich, dass Bayern und Dortmund weiterkommen.

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Er findet aber: „Bayern muss sich vor niemandem fürchten. Sie stehen über allem, sind im Moment ohne Wenn und Aber die beste Mannschaft Europas.“ Gegen wen Bayern welche Chancen hätte, wer Geheimfavorit ist – die AZ hat alle Gegner mit Fuss gecheckt.

Hier die Vereine und die Prognose von Wolff Fuss

 Real Madrid

Ronaldo & Co.: Auf Augenhöhe mit Bayern

Der Weg ins Viertelfinale: Leicht. Die Gruppe mit Galatasaray, Juventus und Kopenhagen forderte Real nicht, Schalke im Achtelfinale (9:2!) erst recht nicht. Wie Atlético ist Real noch ungeschlagen.

Form: Riesig. Seit Oktober kein Spiel mehr verloren, Weltfußballer Ronaldo hat in der Königsklasse schon 13-mal getroffen, perfekte Balance zwischen Defensive und Offensive. Fuss: „Real ist auf Augenhöhe mit Bayern. Und eigentlich sind sie wieder dran. Nur: Real hat das Problem, dass es Bayern als auch Dortmund als Gegner liegt.“

Bayerns Chancen: 55:45. Weil Bayern eben „La Bestia Negra“, Reals Angstgegner ist. Fuss: „Real nimmt sich Pausen im Spiel, zieht nicht volle Kanone durch – wie es Bayern und auch Dortmund kann. So sind sie zu packen.“

FC Chelsea

Wieder Chelsea? Da geht’s auch gegen sich selbst 

Weg: Leicht. Im Vorjahr noch in der Vorrunde blamiert, ging’s diesmal einigermaßen locker durch – zwei Niederlagen gegen Basel ausgenommen. Im Achtelfinale war Galatasaray trotz Drogba kein Stolperstein (1:1, 3:0).

Form: Ansteigend. Platz eins in der Liga, souveränes Achtelfinale. Fuss: „Chelsea spielt reinsten Mourinho-Fußball: Nichts zulassen, aber mit drei Chancen 3:0 gewinnen. Ich sage: Finalteilnahme nicht unwahrscheinlich. Was fehlt, ist ein Ausnahmestürmer, den Mourinho bei seinen Teams sonst immer hatte.“

Bayerns Chancen: 50:50. Weil Bayern Respekt hat. „Für Bayern ist Chelsea der schwierigste Gegner, weil’s dann auch gegen sich selbst geht“, sagt Fuss. „Trotz des Sieges im Uefa-Supercup wirkt da nach wie vor das Finale 2012 nach.“

Atlético Madrid

Atlético Madrid: ohne Supernamen – aber gefährlich

Weg: Mittel. Die Vorrunde mit Zenit und Porto ohne Niederlage zu überstehen, muss man erstmal schaffen. „Atlético ist lässig durch die Gruppe geschlendert, hat dann Milan klar (1:0, 4:1, d. Red.) rausgehauen. Für mich sind sie der Geheimfavorit“, sagt Fuss.

Form: Stark. In Spanien nur drei Punkte hinter Real Zweiter. Fuss: „Dass Atlético ernsthaft in der Lage ist, die Hegemonie von Barcelona und Real zu durchbrechen, sagt alles.“

Bayerns Chancen: 60:40. Weil man Atlético, zuletzt 1997 im Viertelfinale, leicht unterschätzt. „Saumäßig undankbarer Gegner – für alle“, sagt Fuss. „Atlético verfügt über keine super Namen, hat aber eine wahnsinnig gefährliche Mannschaft. Simeone hat als Spieler getreten wie ein Bürstenbinder, ist aber als Trainer taktisch eine Granate.“

FC Barcelona

Barca im Jahr vorm Umbruch: Reicht’s noch?

Weg: Mittelschwer. Milan war in der Gruppenphase gutes Sparring (1:1, 3:1), ManCity im Achtelfinale ein Schwergewicht, das Barça beängstigend locker ausknockte (2:0, 2:1).

Form: Schwankend. In der Champions League top, in der Liga zuletzt mit Patzern, was Real davonziehen ließ. Aber: Lionel Messi kommt langsam wieder in Fahrt. „Nach dieser Saison folgt ein Umbruch, dann gibt’s wieder volles Aroma“, sagt Fuss.

Bayerns Chancen: 65:35. Auch, weil Guardiola alle Stärken und Schwächen kennt. „Im Vergleich zum letzten Jahr ist Bayern sicher nicht schlechter und Barcelona nicht unbedingt stärker geworden. Barça kann nach wie vor jede Mannschaft der Welt schlagen“, sagt Fuss, „aber ich glaube nicht, dass es für den Titel reicht.“

Paris St. Germain

Neureiches PSG: Ein Monster wächst heran

 Weg: Superleicht. Die Gruppe mit Piräus, Benfica und Anderlecht hatte Europa-League-Niveau, Leverkusen im Achtelfinale (4:0, 2:1) auch. „Die richtig dicken Gegner hatten sie noch nicht. Ich will die mal in schwerer See sehen - gegen Real oder Bayern. Dann zeigt sich, aus welchem Holz PSG wirklich ist“, sagt Fuss.

Form: Beängstigend beständig. Gerade mal drei Saisonniederlagen, klare Pole in Frankreich. Und: Superstar Zlatan Ibrahimovic hat in 40 Pflichtspielen 40 Tore geschossen. Fuss über das neureiche Millionenteam: „Eine super Truppe, mittlerweile stimmig komponiert, da wächst ein Monster heran.“

Bayerns Chancen: 65:35. Weil PSG noch zu unerfahren ist. „In dieser Saison kommt der Champions-League-Titel noch zu früh, aber in zwei, drei Jahren ist PSG da“, sagt Fuss.

  Borussia Dortmund

Die BVB-Kür: Psychoschock in der Genetik

Weg: Schwer. Die Vorrunde mit Arsenal und Neapel war hart, Zenit ein undankbarer Achtelfinalgegner (4:2, 1:2). Wird nun nicht besser: „Es gibt keinen Gegner, den man Dortmund wünschen sollte“, sagt Fuss.

Form: Unkonstant. Sechs Heimniederlagen in den letzten zehn Spielen, viele Verletzte. Fuss: „Für Dortmund ist es schon ein Riesenerfolg wieder unter den Top Acht zu sein. Alles, was jetzt kommt, ist Kür. Trotzdem kann Dortmund bei perfektem Verlauf jedes Team der Welt schlagen.“

Bayerns Chancen: 60:40. Weil’s der BVB ist. Fuss: „Dortmund ist gefährlich, weil das wie bei Chelsea die Psyche mit reinspielt. Bayern kann sich nur selbst schlagen - also muss man einen kleinen Psychoschocker einbauen. Den bringt Dortmund qua Genetik mit.“

 Manchester United

ManU in der Krise – oder das Chelsea von 2014

Weg: Mittel. Leverkusen, Donezk und Real Sociedad waren kein Problem. Den Aussetzer im Achtelfinale in Piräus (0:2) machte United zuhause wett. Fuss: „Das könnte ein emotionales Erweckungserlebnis gewesen sein.“

Form: Ansteigend. Nach dem Ferguson-Abgang in der Liga zeitweise nur Neunter, jetzt immerhin in Europa-League-Reichweite. Trainer Moyes ist aber weiter gefährdet.

Bayerns Chancen: 80:20. Weil United im Umbruch, defensiv nicht gut genug ist. „Manchester genügt nicht mehr allerhöchsten Ansprüchen“, sagt Fuss, „hat eine Mannschaft, gegen die auch Dortmund nicht chancenlos wäre.“ Das Aber: „Über die Liga wird United die Champions League nicht mehr erreichen – was an Chelsea 2012 erinnert, die es dann erst recht wissen wollten.“

 

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