Cassalette und Stimoniaris statt Ismaik-Duo Nach Neuordnung: Mehr Macht für den 1860-Aufsichtsrat?

Der Geldgeber und seine Statthalter: Anthony Power (l), Hasan Ismaik und Ex-Präsident Peter Cassalette (r). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der Aufsichtsrat des TSV 1860 ist mit Ex-Präsident Cassalette und Ex-Verwaltungsrat Stimoniaris neu besetzt worden. Das Gremium soll zudem durch eine Satzungsänderung mehr Macht erhalten. Eine der ersten Aktionen: Prüfung der Arbeit der Ex-Geschäftsführer Markus Fauser und Anthony Power.

 

München - Nach dem überraschenden Rückzug von Investor Hasan Ismaik und seinem Bruder Abdelrahman aus dem Aufsichtsrat sollen nicht nur Peter Cassalette und Saki Stimoniaris die Stellung im Gremium halten. Dieses soll durch eine Satzungsänderung aufgewertet werden. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag.

Änderung der Löwen-Satzung: Festlegung der Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats

Dabei soll der Aufsichtsrat künftig nicht nur regelmäßiger wie bisher drei, vier Mal im Jahr tagen, sondern auch mehr Macht erhalten. In die Satzung soll eine Passage integriert werden, die Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats festlegt – nach dem Beispiel von Hannover 96, wo mit Martin Kind ein millionenschwerer Unternehmer an der Komplettübernahme des Bundesligisten feilt.

Das würde letztlich Ismaik zugute kommen, denn sein Bruder Yahya hat als Vorsitzender bei einer Patt-Situation zwischen den verbliebenen Vereinsvertretern Robert Reisinger und Karl-Christian Bay sowie Peter Cassalette und Saki Stimoniaris als Statthalter des Jordaniers das letzte Wort.

Eine erste Maßnahme des Aufsichtsrats der Sechzger soll demnach die Prüfung der Arbeit des ehemaligen Geschäftsführers Anthony Power sein. Der Ismaik-Statthalter hatte nach seiner Amtsernennung Ende 2016 gültige Verträge von Funktionieren (Ex-Trainer Kosta Runjaic, Ex-Sportchef Thomas Eichin und Ex-Scout Peer Jaekel) missachtet und mehrere Rechtsstreits vor Gericht verloren.

Ismaik will Arbeit von Fauser und Power kontrollieren

Auch die Kontrolle des Wirkens von Ex-Geschäftsführer Markus Fauser hatte Ismaik angekündigt. Der Geldgeber fürchtete anfänglich, dass Fauser eine Insolvenz herbeiführen und nicht verhindern sollte. Nach dessen Abgang kurz nach dem Jahreswechsel scheint der Jordanier die tatsächlich geleistete Arbeit des Stuttgarter Sanierungsfachmannes anzuzweifeln.

Klar ist: Die Vereinsbosse werden tunlichst vermeiden, dass sich die Machtverhältnisse grundlegend verändern. Ismaiks Streben nach mehr Einfluss dürfte mit seinem Rückzug aus dem Aufsichtsrat aber längst nicht beendet sein.

 

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