Caffettino Minestrone statt Eintopf

Burim Ruhani (vorne) hat mit seinen Brüdern in der Fraunhoferstraße kürzlich das Caffettino aufgemacht, ein kleines Café, in dem es neben allerlei Gebäck jeden Tag auch ein Mittagsgericht gibt. Foto: Daniel von Loeper

Im Caffettino versuchen drei kosovarische Brüder, den Italienern mit ihrer eigenen Vorstellung von mediterraner Küche Konkurrenz zu machen.

 

Mit kosovarischer Küche seien kaum Freunde zu gewinnen, sagt Burim Ruhani. Diese schweren Eintöpfe mit Bohnen und Lammfleisch, halb türkisch, halb serbisch angehaucht, das sei nichts für jedermann. Statt Gerichten aus seiner Heimat bietet der 27-Jährige deshalb nun italienische Spezialitäten an.

Ruhani hat vor einigen Tagen gemeinsam mit zwei Brüdern das Caffettino aufgemacht, ein kleines Tagescafé in der Fraunhoferstraße. Neben allerlei Feingebäck wie den Cornetti (1,80 Euro) gibt es dort eine ganze Reihe verschiedener Snacks, Ciabatta und Panini (3,20 Euro), dazu jeden Tag eine andere Suppe (4,80 Euro) – und natürlich einen ausgezeichneten Espresso (1,60 Euro).

Ruhanis Eltern stammen aus dem Kosovo. Aber die Familie hat viele italienische Freunde. „Und wir lieben den mediterranen Lebensstil”, sagt Ruhani. Als er beschloss, sich selbstständig zu machen, war es deshalb überhaupt keine Frage, welche Art von Küche er anbieten möchte.

Ruhani ist gelernter Koch. Er hat seine Ausbildung direkt bei der IHK am Orleansplatz gemacht. Danach war er unter anderem im ehemaligen Lutter & Wegner im Künstlerhaus beschäftigt und hat die Kantine der Constantin-Filmemacher in Ismaning geleitet. Auch als Obsthändler hat er sich mal versucht. „Aber da hat mir das Kochen schlichtweg zu sehr gefehlt”, sagt Ruhani.

Im Caffettino steht er nun wieder am Herd. Noch ähnelt das kleine Café stark dem Backshop, der früher an gleicher Adresse zu finden war. Die bestellten Sitzmöbel hängen noch im Weihnachtsgeschäft fest. Aber zumindest beim Essen und Trinken ist das Sortiment schon komplett: sizilianischer Kaffee von Torrisi, Naschwerk von der Pasticceria Lu e Lu, Gebäck von der Großpatisserie Bindi.
Dass es so viele Italiener im Freundeskreis gibt, war da durchaus hilfreich. So konnten die Ruhani-Brüder schneller ihr eigenes Stück Italien aufmachen.

Fraunhoferstraße 17, Mo. bis Sa. 7-20 Uhr, So. 8-18 Uhr, www.caffettino-cafebar.de

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