Café Isarlust Berghütte mit Isarblick

Im Garten des Café Isarlust im Alpinen Museum kann man in Sonnenliegen sitzen und dabei direkt auf die Isar schauen. Foto: Gregor Feindt

Im Café des Alpinen Museums auf der Praterinsel bekommt man die Alpen bis an die Sonnenliege geliefert.

 

Kürzlich war Thomas Huber mal da, der ältere der beiden Huberbuam. Für den Profi-Bergsteiger war der Granitblock aus dem Bayerischen Wald nicht wirklich eine Herausforderung. Zwei, drei Griffe, dann hatte er den Boulder-Stein erklommen. Ist aber auch kein Wunder, denn eigentlich ist der kleine Kletterwald im Garten des Café Isarlust auch eher für Kinder gedacht.

Das Café Isarlust gehört zum Alpinen Museum auf der Praterinsel. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat dort vor knapp 20 Jahren aus seinem ehemaligen Verwaltungsgebäude ein Ausstellungsgelände gemacht. Im Haus geht es momentan um den zunehmenden Skitourismus in den Alpen, im Garten davor steht zur Zeit ein gelber Golf, der auf eine Sonderausstellung der DAV-Jugend hinweist. 

Mit dem alten Golf ist eine Gruppe früher immer in die Berge gefahren. An dem Auto vorbei geht es zum Museumscafé. Auf der Terrasse hinter dem Haus verteilen sich an schönen Tagen dann junge Familien auf die Sonnenliegen. „Das ist ein perfektes Naturerlebnis hier”, sagt Friederike Kaiser, die Museumsleiterin. Die alten Buchen, die Isar direkt dahinter – die entspringt ja im Karwendelgebirge und „transportiert uns die Alpen direkt hierher”, so Kaiser.

Das Café Isarlust ist eigentlich wie eine urbane Berghütte. Wenn man durch die städtischen Straßenschluchten gewandert ist, kann man hier, in der Mitte zwischen Haidhausen und dem Lehel, wunderbar Rast machen. Es gibt Kuchen von der Konditorei Ruffini (2,90 bis 3,20 Euro), Kaffee, Limo–und bei besonderen Veranstaltungen wie der langen Nacht der Museen auch berghütten-typische Brotzeiten wie Erbsensuppe oder Ähnliches. Allerdings scheinen die Münchner die Isar wie einen Burggraben zu verstehen. Die Zahl der Besucher jedenfalls ist im Café Isarlust bisher noch recht übersichtlich.

Nicht einmal 3500 Gäste hat das Café vergangenes Jahr gezählt. Selbst in guten Monaten steigt der Umsatz nur knapp in den vierstelligen Bereich. Vielleicht liegt das daran, dass sich das Alpine Museum mit seinem gastronomischen Angebot von anderen Lokalen an der Isar abheben will. Alkohol zum Beispiel wird im Café Isarlust nicht ausgeschenkt. Dafür kann man im Garten herrlich auf den großen Felsbrocken herumkraxeln. So leicht wie einem Huberbua fällt das bestimmt niemandem – schon gar nicht, wenn man dabei etwas beschwipst wäre.

Praterinsel 5, Di. bis Fr. 13-18 Uhr, Sa. und So. 11-18 Uhr, Tel. 211 224 0

 

0 Kommentare