Café in der Nymphenburgerstraße Kafé Fika in München: Genusspause auf Schwedisch

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Draußen lässt es sich gemütlich unterm Baum sitzen. Foto: min

Im Baumschatten im tiefen Sessel oder zwischen Zeitschriften ein Käffchen trinken.

 

München - Fika ist eine soziale Institution in Schweden. Bei einer Fika unterbricht man seine Tätigkeit, um Kaffee zu trinken. Nicht gehetzt und to-go, sondern sitzend und genussvoll.

Im neuen Kafé Fika in der Nymphenburger Straße lässt sich beim genussvollen Kaffeetrinken auch noch ein wunderschönes Ambiente genießen. Das Fika ist ein Ladencafé und die Sofas, Sessel und Hocker, die Tische und Kommoden werden auch verkauft.

Kafé Fika: Laden in ständiger Veränderung

Die Lampen etwa sind eine Kooperation mit einem Schreiner vom Ammersee, andere Möbel sind aus zweiter Hand. So ist der Laden in ständiger Veränderung. Trotzdem macht das Kafé Fika einen heimeligen Eindruck: Auf den Tischen liegen Zeitungen und Zeitschriften, Bücher zum Auslesen warten im Regal und auf einem Buffet stehen Beerenkuchen, Bananenbrot und Zimtschnecken (jeweils 2,50 Euro). "Es ist uns nicht wichtig, dass all unsere Gerichte schwedisch sind, es geht mehr um das Gefühl", sagt Chefin Claudia Lenhart (26).

In Schweden würde zum Kuchen Filterkaffee gereicht werden, nur – "Ich habe alles da für Filterkaffee", sagt Lenhart, "aber niemand bestellt ihn." Deshalb serviert sie Cappuccino (2,50 Euro) und Iced Latte (3,50 Euro) aus der Siebträgermaschine mit einer eigenen Röstung von Dinzler.

Was richtig gut ankommt: Der Mittagstisch, derzeit meist ein leichter Sommersalat wie Linsen-Rotkohl-Salat mit Gorgonzola, Walnüssen und Fladenbrot für 6,50 Euro. Weil das Fika keine Küche hat, muss vorgekocht werden und wenn’s aus ist, ist’s aus.

Befristete Mietvertrag für das Café

Das Kafé hat nur einen befristeten Mietvertrag. Ende 2020 soll das Haus in der Nymphenburger Straße abgerissen werden, aber das hieß es auch schon einmal für den Februar 2019, erzählt Claudia Lenhart.

Sie hat in einer digitalen Marketingagentur im Hinterhof des Hauses gearbeitet, bis sie mit ihrem Chef Giuliano Capo (31) das Kafé eröffnet hat. Vor einem Jahr haben die beiden schon ein Gartencafé im Hinterhof eines Hotels in Neuhausen zusammen betrieben.

Wenn die Sonne scheint, fühlen sich die Fika-Gäste auch wie im Gartencafé. Im Baumschatten sitzen sie auf Teppichen und Stühlen, die zum Verkauf stehen neben einem plätschernden Brünnchen und während die Radler sich über den zu engen Radstreifen ärgern und im Strafjustizzentrum nebenan die Urteile gefällt werden, machen die Gäste im Fika einfach eine Fika.


Nymphenburger Str. 25, Mo-Mi 8 bis 18 Uhr, Do & Fr 8 bis 20 Uhr, Sa 10 bis 15 Uhr. Telefon 089 339 806

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