Bürger äußern Wünsche München: Was passiert mit der alten Paketposthalle?

Die denkmalgeschützte Paketposthalle: Mehr als vier Fußballfelder passen hinein. Foto: Google Earth

Ideensammlung zur alten Paketposthalle – ein urbaner Mix ist gewünscht: Kulturzentrum und Co-Workings-Spaces, Altenheim und autofreie Zone, begrünte Öko-Hochhäuser, Sportplätze und Subkultur.

 

München - Ihre Dimensionen sind atemberaubend: Die denkmalgeschützte Paketposthalle ist zwei Meter breiter als die des Münchner Hauptbahnhofs. Mehr als vier Fußballfelder passen hinein. Die große Fläche ist auch noch kunstvoll überdacht.

Deshalb kann sich der neue Eigentümer Ralf Büschl gleich sieben oder acht Nutzungen in der Halle vorstellen. "Ich wünsche mir einen Mix. Ich möchte der Stadt etwas zurückgeben, was Urbanität betrifft", sagte der Immobilienentwickler am Dienstagabend im Backstage-Club.

Ideensammlung zur alten Paketposthalle

Mehr als 180 Anwohner und auch Stadtpolitiker sind zu seiner Info-Veranstaltung gekommen. Und: Die Münchner gingen zustimmend mit. Sie hatten aber für das riesige Areal mit 85.000 Quadratmetern ihre eigene Wunschliste dabei:

  • Keine sterilen Neubauten, sondern eine organische Architektur, wie in der imposanten "Riesenschildkröte" Paketposthalle verewigt.
  • "Bitte keine Pasing-Arcaden II".
  • Platz für Restaurants, mit Stühlen im Grünen – und dazu die große Hoffnung, dass nicht die ganze Fläche versiegelt wird.
  • Ökologische Hochhäuser, die begrünt sind – für mehr Umweltschutz und bezahlbare Wohnungen.
  • Platz für Subkultur, Parkplatz für Flugdrohnen, Standort für ein Flugtaxi, technische Innovation auf dem Gelände.

Eigentümer Ralf Büschl dazu: "Dieser Ort soll verschiedene Menschen anziehen. Wir wollen den großen Wurf – und wir werfen weit." Die Backstage-Besucher erlebten einen "Investor mit Herz", so eine Frau aus Neuhausen.

Wünsche der Bürger: Alles scheint möglich

Der Architekt Robert Hösl vom renommierten Büro Herzog & de Meuron – der den Masterplan entwirft – will mit Fingerspitzengefühl an seine Aufgabe herangehen: "Ich bin da, um die Ohren zu spitzen. Wir brauchen Input als Nahrung, um den Ort entwickeln zu können." Dafür, dass die Paketposthalle ein "großes und bedeutendes Kulturprojekt" beherbergt, ist Ralf Büschl offen. Alles scheint möglich: Der Projektentwickler sieht Platz für Start-ups, für Co-Working-Spaces oder für Verlage. Der Geschäftsführer träumt davon, dass es oberirdisch keinen Verkehr gibt, Autos und Lkw unterirdisch fahren. Sein persönliches Anliegen ist ein "Seniorenheim auf Non-Profit-Basis".

Speziell für Krankenschwestern, Polizisten und Feuerwehrleute will Büschl bezahlbaren Wohnraum schaffen – insgesamt mehrpreiswerte Wohnungen, als die Stadt von ihm fordert. Dafür gab es viel Applaus.

 

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