Brüder aus den USA Die ältesten siamesischen Zwillinge der Welt sind tot

Ronnie und Donnie Galyon. Das Bild teilten die Brüder 2014 auf ihrem Facebook-Account. Foto: Facebook/Ronnie Donnie Galyon

Ronnie Galyon und Bruder Donnie sind so alt geworden wie noch kein Geschwisterpaar, das sich einen Köper teilt. Nun sind sie tot.

 

Dayton - Es ist eine traurige Nachricht, die Jim Galyon zu verkünden hat: Seine beiden Brüder, Ronnie und Donnie, seien in einem Hospiz in der Stadt Dayton (US-Bundesstaat Ohio) im Alter von 68 Jahren gestorben, erzählte er vor wenigen Tagen dem Sender "Whio TV". Was für viele vielleicht nicht nach einem besonders hohen Alter klingen mag, ist für Ronnie und Donnie Galyon eine Sensation.

Die Galyons stehen im Guiness-Buch der Rekorde

Denn die beiden sind siamesische Zwillinge, die seit der Geburt am Rumpf zusammengewachsen waren. Im Jahr 2014 schafften sie es ins Guiness-Buch der Rekorde als ältestes lebendes siamesisches Zwillingspaar der Welt und lösten damit die bisherigen Rekordhalter Giacomo und Giovanni Battista Tocci ab. Im Jahr 2009 erlitt Ronnie eine lebensbedrohliche Lungeninfektion, nach ihrem Krankenhausaufenthalt mussten die Zwillinge rund um die Uhr betreut werden. Ihr Bruder Jim und seine Frau Mary nahmen sie in ihrem Haus in Beavercreek auf und pflegten sie dort bis wenige Tage vor ihrem Tod.

Die Zwillinge haben ein bewegtes Leben hinter sich: Geboren am 28. Oktober 1951, verbrachten sie die ersten zwei Jahre ihres Lebens im Krankenhaus. Die Ärzte entschieden sich jedoch dagegen, sie zu trennen. Obwohl sie normal intelligent waren, durften sie die Schule nicht besuchen – angeblich wären sie eine zu große Ablenkung gewesen. Wie die "Dayton Daily News" online schreibt, machte ihr Vater Wesley sie im Alter von drei Jahren zu Schaustellern, um Geld zu verdienen.

Brüder traten als Magier auf

Später traten sie unter anderem im Zirkus als Magier auf. Die Zwillinge, die längst mithilfe von Therapeuten gelernt hatten, die Aufgaben des täglichen Lebens mit ihrem geteilten Körper zu bewältigen, wurden berühmt und konnten ihre Familie ernähren. 1991 gingen sie der Zeitung zufolge in den Ruhestand und zogen zurück nach Dayton, wo sie bis zum Jahr 2010 in ihrem eigenen Haus lebten.

Ronnie und Donnie waren in der Gemeinde aktiv und führten ein größtenteils normales Leben, bis sie schließlich 2010 wegen ihres Gesundheitszustands zu ihrem Bruder Jim Galyon zogen. Dafür waren ein Anbau und ein behindertengerechter Ausbau am Haus nötig, der nur mithilfe von Spenden und zahlreichen freiwilligen Helfern aus der Gemeinde realisiert werden konnte. "Ich bin der Gemeinde dankbar dafür, dass sie Ronnie und Donnie geholfen haben", zitiert "Whio TV" Jim. "So konnten sie für die letzten zehn Jahre mit ihrer Familie leben."

Als die Brüder ihr neues Zuhause sahen, hätten sie Tränen in den Augen gehabt, sagte Jim damals der "Dayton Daily News". Und weiter: "Sie werden den Rest ihrer Tage hier komfortabel leben."

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