Co Robert Kovac muss ran Niko Kovac fehlt, Arjen Robben übernimmt

Co-Trainer Robert Kovac sprang am Donnerstag als Übungsleiter für seinen erkrankten Bruder Niko ein. Arjen Robben schaltete sich pro-aktiv ein. Foto: Tobias Hase/dpa

Niko Kovac fehlt wegen einer Magenverstimmung beim Training des FC Bayern, Bruder Robert ersetzt ihn – zumindest offiziell. Denn eigentlich ist Arjen Robben der Boss auf dem Platz. Arturo Vidal dreht Laufrunden.

München - Bernadien, die Ehefrau von Arjen Robben, sah sehr entspannt aus, als sie ihrem Gatten am Donnerstagvormittag beim Training an der Säbener Straße zuschaute.

Mit dunkler Sonnenbrille und weißen Chucks saß sie auf der kleinen Tribüne neben dem Übungsplatz, sie unterhielt sich gut gelaunt mit ihrer Begleiterin und lachte viel. Dass ihr Mann wenige Meter entfernt herumbrüllte, als habe er gerade das wichtigste Spiel der Karriere verloren, konnte Bernadien nicht beunruhigen. Sie kennt ihn ja, ihren Arjen.

"Denkt doch mal nach, man!", schrie Robben nach einem weiteren Fehlpass eines Mitspielers. Und anschließend: "Ein bisschen mit Kopf, bitte, ein bisschen mit Kopf!" Robben trat gegen den Pfosten. Sogar ein Ordner bekam den Zorn des Niederländers ab, weil plötzlich der Rasensprenger gleich neben Robben anging. "Hey!", brüllte der Bayern-Star.

Da half nicht mal der nette Hinweis aus der Mannschaft, dass es sich „nur um Wasser“ handele. Arjen on fire. Schon in der Vorbereitung. Natürlich auch im Alter von 34 Jahren. Für den FC Bayern war die Einheit am Donnerstag eine besondere, weil der neue Chefcoach Niko Kovac (46) zum ersten Mal fehlte.

Der Kroate hatte sich nach Klubangaben eine leichte Magenverstimmung zugezogen. Ein Zusammenhang zum kroatischen Finaleinzug bei der WM soll laut verlässlichen Quellen nicht bestehen. Kovac ist dem Alkohol ja ohnehin abgeneigt. Und beim Korso auf der Leopoldstraße wurde er auch nicht gesichtet. In Nikos Abwesenheit übernahm Co-Trainer und Bruder Robert Kovac (44) das Training – zumindest offiziell.

Bayern-Training: So coacht Robben seine Kollegen

Denn wie man schnell feststellte, war Robben der Boss auf dem Platz. Arjen, der Trainer. Das ging sogar so weit, dass Robben eine Übung einfach abänderte, die Robert Kovac zuvor klar definiert hatte. Beim Spiel sechs gegen drei erlaubte Kovac den Spielern zwei Ballkontakte. Robben war das zu einfach.

"Direkt spielen, direkt spielen, Männer!", rief er den Kollegen zu, einige von ihnen aus der U19. Die Jungs folgten, wer will einem Robben schon nicht folgen? Doch als Kovac das mitbekam, änderte er die Regeln wieder, bremste Robben ein. Es sind Szenen wie diese, die erkennen lassen, wie Robben seine Rolle im Team sieht.

Nach dem Abschied von Trainerlegende Jupp Heynckes (73) will der Routinier noch mehr Verantwortung übernehmen, noch mehr als Vorbild vorangehen, auch wenn das kaum möglich ist. Und er will das relativ junge Trainergespann unterstützen. Klar, dass die Kovac-Brüder auf die Erfahrung von Robben und Franck Ribéry (35) setzen, sie zu Führungsspielern ausgerufen haben. 

Bayern-Training: Auch Vidal dreht ein paar Runden

Doch über dieser Saison wird die Frage schweben, wie Robben und Ribéry, die sich als unverzichtbare Stammkräfte sehen, reagieren, wenn sie mal auf der Bank sitzen: Werden sie die Entscheidungen des Trainers ohne Widerspruch akzeptieren?

Am Donnerstag sah man nach langer Zeit auch mal wieder Arturo Vidal. Der Chilene (31), Wechselkandidat und seit April am Knie verletzt, drehte einige Laufrunden auf einem Nebenplatz. David Alaba blieb im Leistungszentrum und absolvierte nach seinem Urlaub Fitnesstests.

Beide Stars waren nicht dabei, als Kovac das Training nach zwei Stunden mit einer Flankenübung abschloss. Das letzte Kopfballtor erzielte – na klar – Robben. Dann ging er rüber zu Bernadien – und wirkte endlich auch mal ein bisschen entspannt.

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In einer früheren Version dieses Artikels wurden Niko und Robert Kovac fälschlicherweise als Zwillingsbrüder bezeichnet. Richtig ist, dass Niko Kovac als älterer der beiden Brüder 46 Jahre alt ist, Robert Kovac 44.

 

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