Bremen-Profi im AZ-Interview Alaba-Kumpel Marco Friedl: "David ist Teil meiner Familie"

Spielten gemeinsam beim FC Bayern: Marco Friedl (r.) und David Alaba. Foto: imago/Eibner

Früher FC Bayern, heute Werder Bremen: Marco Friedl spricht in der AZ über seinen Kumpel David Alaba und das Duell am Samstag.

 

München - Marco Friedl spielte zehn Jahre beim FC Bayern, dann wechselte er in den hohen Norden zu Werder Bremen. Am Samstag geht es für Friedl zurück in seine alte Heimat.

AZ: Herr Friedl, Sie haben von 2008 bis 2018 beim FC Bayern gespielt, ehe Sie zu Werder Bremen wechselten. Mit welchen Gefühlen kehren Sie am Samstag zurück?
MARCO FRIEDL: Ich freue mich sehr auf das Spiel, das ist etwas Schönes. Mich verbindet noch viel mit München, ich habe einige Freunde beim FC Bayern und auch außerhalb des Klubs. Das wird ein besonderer Tag, ein besonderes Duell.

Speziell mit Ihrem Kumpel David Alaba.
Mit David bin ich oft im Austausch, bestimmt fünf- oder sechsmal die Woche. Wir verstehen uns super, das war schon zu Bayern-Zeiten so. Wir sind richtig gute Freunde. Und ich denke, das wären wir auch ohne den Fußball geworden.

Alaba hat Sie mal als „kleinen Bruder“ bezeichnet. Ist das Verhältnis wirklich so eng?
Auf jeden Fall. Mittlerweile bin ich zwar kein kleiner Bruder mehr, weil ich größer als David bin (lacht), aber er ist definitiv einer meiner besten Freunde, Teil meiner Familie. Er hat mir und meinen Eltern damals viele Fahrten erspart, als ich bei ihm übernachten durfte. Das war ganz zu Beginn Ihrer Bayern-Zeit, als Alaba sich um Sie gekümmert hat.

Alaba ist ein großes Vorbild für Friedl

Ist er ein Vorbild für Sie?
Ja, schon lange. Auch sportlich kann ich viel von ihm lernen, er spielt ja auf der gleichen Position und schon seit Jahren auf Topniveau. Sportlich und privat sprechen wir über alles. Dann sicher auch über die Geburt des ersten Alaba-Kindes.

Werden Sie Patenonkel?
(lacht) Nein, da wurde ich noch nicht gefragt. Ich freue mich einfach, wenn ich den Kleinen bald zum ersten Mal sehen kann. Ich wusste ja schon länger Bescheid. Wie sich der David entwickelt hat… Ich sehe ihn noch als 17-Jährigen vor mir, und jetzt ist er Papa. Das ist schön, sehr schön. Und ich glaube, das verändert einen Menschen komplett. Das Leben ist jetzt ein anderes, man muss mehr Verantwortung übernehmen.

Friedl hofft auf baldiges Debüt in der ÖFB-Auswahl

Wann spielen Sie denn erstmals gemeinsam mit Alaba in der österreichischen Nationalmannschaft? Sie warten ja noch auf Ihr Debüt.
Ich hoffe, dass es vielleicht bald so weit sein wird. Es war sehr schön, jetzt schon mal im Kader der Nationalmannschaft dabei zu sein. Das will ich öfter erleben.

Haben Sie die EM-Teilnahme als Ziel noch im Hinterkopf?
Klar. Aber man muss auch sagen, dass die Spieler, die in der Qualifikation eingesetzt wurden, hervorragende Leistungen gebracht haben. Ich habe noch viel Zeit in meiner Karriere. Natürlich hoffe ich, dass ich bei der EM dabei bin, Stress mache ich mir jedoch keinen. Es wird hoffentlich nicht die einzige EM sein, die ich mit Österreich erleben kann.

Für die EM-Teilnahme würden Einsätze bei Werder helfen, bislang sind es 13 in dieser Saison, zuletzt saßen Sie dreimal draußen. Insgesamt zufrieden?
Diese Anzahl an Spielen hätte ich vor der Saison unter- schrieben. Am liebsten würde ich immer spielen, das wollen andere aber auch. Also muss ich mich mit guten Leistungen im Training anbieten. Es geht bei uns gerade sowieso nicht um Einzelschicksale. Wir müssen da zusammen wieder herauskommen.

Werder liegt derzeit nur auf Platz 14 in der Liga. Befindet sich Ihre Mannschaft im Abstiegskampf?
Der Ernst der Lage ist uns allen bewusst. Es sind allerdings erst 14 Partien absolviert, da gibt es noch viele Punkte zu holen. Unsere Leistungen waren zuletzt nicht gut genug, es hat auch das Glück gefehlt. Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Die drei Spiele vor der Winterpause wollen wir alle gewinnen.

Friedl schaut positiv auf das Spiel gegen den FC Bayern

Wie wollen Sie das am Samstag in München anstellen?
Wir werden uns nicht hinten reinstellen, sondern Offensivfußball spielen. Bayern hat zweimal gut gespielt gegen Leverkusen und Gladbach, aber zweimal verloren. Bayern wird angefressen sein, wir sind das aber auch. Jeder bei uns freut sich auf das Spiel.

Wie wichtig ist ein erfahrener Spieler wie Claudio Pizarro in der aktuellen Lage?
Mit Piza kann man immer sprechen, er hat so viel Erfahrung und hilft mir persönlich sehr. Ich kann mich an ganz wenige Spieler erinnern, die mit 41 noch auf diesem Niveau gespielt haben. Hut ab! Es ist sehr schön, dass wir ihn haben.

Wie kamen seine blonden Haare denn bei der Mannschaft an?
Am Anfang fanden wir es schon ein bisschen lustig und haben uns gewundert. Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt und kann ihn mir gar nicht mehr anders vorstellen. Es ist ja so: Ich könnte diese Haarfarbe nicht tragen. Aber wenn es einer kann, dann Piza.

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