"Bonjour Vietnam" Winter auf Vietnamesisch

Rote Wände, dunkle Tische, weiße und schwarze Loungemöbel: So ist das „Bonjour Vietnam“ eingerichtet. Foto: Sigi Müller

In Schwabing hat das „Bonjour Vietnam“ eröffnet. Dort tischt ein Ehepaar im Tontopf gegarte Spezialitäten aus Hanoi auf

Es ist nicht gerade ein Eck, in dem das Leben tobt, in dem Pham Cuong und Nguyen Huong den Neuanfang gewagt haben. Bei ihrem Imbiss „Thai Thai“ in der Amalienstraße war das noch anders, der war mittendrin im quirligen Studentenleben. Jetzt geht Huong oft ans Telefon und sagt, „Nein, das Thai Thai gibt es nicht mehr. Aber wir haben jetzt ein Restaurant, besuchen Sie uns doch mal in der Fallmerayerstraße!“

Und das sei dem Anrufer geraten, wenn er vietnamesische Küche schätzt, neue Facetten kennen lernen möchte, Wert auf frische Küche legt. Auch das „Thai Thai“ war ein vietnamesischer Imbiss, nicht etwa ein thailändischer – er hieß nach den Zwillingssöhnen des Ehepaars. „Bonjour Vietnam“ heißt ihr Restaurant, nach dem gleichnamigen Song. „Meine Oma und mein Opa haben für die Franzosen gearbeitet“, sagt Cuong. „Ich kann ein bisschen französisch, und wir sind katholisch und feiern auch Weihnachten.“

Verschlagen hat es ihn und seine Frau aber schließlich nach München, die Tische sind mit Weihnachtssternen geschmückt. Trotzdem darf auch ein kleiner Altar nicht fehlen, der Hausgott hat heute Zuckerwasser und Guglhupf für gute Stimmung spendiert bekommen. An der Rückwand des Lokals prangt Buddha, geschützt von zwei Stoßzähnen. Die Einrichtung ist schlicht, Fliesenboden, schwarze Stühle, weiß eingedeckte Tische. Früher war hier eine Kneipe namens Namenlos, jetzt steht Pham Cuong am Herd und kocht für Abholer und Gäste Feines aus seiner Heimat, Nord-Vietnam. Seine Frau Nguyen Huong arbeitet mal in der Küche, mal im Service.

Hier strömen die Leute nicht automatisch hinein wie ins „Thai Thai“. „Aber wer einmal hier war, kommt auch wieder vorbei“, sagt Cuong. Die Karte ist umfangreich, die Mittagsmenüs wechseln wöchentlich und rangieren zwischen 6,20 und 8,50 Euro und kommen mit Suppe, Frühlingsrollen oder Salat. Sich durch die Abendkarte zu arbeiten, erfordert ein wenig Muße. Vegetarier, Enten- oder Fischliebhaber finden eine Auswahl, Klassiker wie die Reisnudelsuppe mit Rind, Pho Bo (11,50 Euro), sind eine Selbstverständlichkeit – die Spezialität des „Bonjour Vietnam“ sind die Tontöpfe – zumal im Winter.

„Im Norden Vietnams gibt es Jahreszeiten wie hier auch“, sagt Cuong. Noch brutzelnd und warmgehalten kommen die Tontopf-Gerichte an den Tisch, Schweinefleisch geschmort in Karamellsauce mit Karotte und Ei (13,90) oder gebratene Garnelen mit Shrimps-Sauce, dazu Auberginen, Zucchini, Frühlingszwiebeln, das Gemüse weich geschmort, die Garnelen knackig (15,90). Dazu Reis.

Der Gast mischt sich das in einem Schälchen selbst. Ähnlich auch „Ca ca la Vong“ (18,90): Ein Gericht, das serviert wird mit Reisbandnudeln und einer Shrimps-Sauerrahm-Sauce auf dem Bambustablett; in einer warmgehaltenen Pfanne kommt das mariniert-gegrillte Fischfilet dazu. „Ein typisches Gericht aus Hanoi“, sagt Pham Cuong. „Das muss man mal probiert haben, bevor man stirbt.“ 


So. bis Fr. 11.30 – 14.30 Uhr und 17.30 bis 23 Uhr, Sa. 17.30 – 23 Uhr, 28788978, 10 Prozent Rabatt für Abholer

 

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