Bloggerin kritisiert Café Klenze "Too Good To Go"? Streit um gerettete Weißwurst mit Erdbeeren

, aktualisiert am 05.02.2019 - 10:43 Uhr
Weißwurst an Erdbeeren - diese Box mit gerettetem Essen aus dem Café Klenze sorgt für Ärger. Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Haydar Koyupinar/Teresa Winderl

Lebensmittel retten und dabei noch günstig an leckeres Essen kommen? Das erhoffen sich viele, die die App "Too Good To Go" benutzen. In diesem Fall gab es allerdings Ärger.

 

München - Ausgerechnet ein Dienst, der eigentlich Gutes tun will, sorgt derzeit für Streit zwischen einer Bloggerin und den Betreibern des Café Klenze in der alten Pinakothek. Es geht um ein Angebot in der App "Too Good To Go", über die Restaurants, Cafés und Bäckereien übrig gebliebene Lebensmittel gegen wenig Geld an interessierte Lebensmittelretter abgeben können.

Weniger Müll für die Restaurants, feines Essen für die Abnehmer – so der Gedanke dahinter. Die App fungiert dabei als Umschlagplatz für die eingestellten Essensreste, ähnlich wie eBay Kleinanzeigen.

Diesen Dienst nahm die Münchner Bloggerin Teresa Winderl vergangene Woche im Café Klenze in Anspruch – und machte dort eine eher unappetitliche Erfahrung: Ein Foto auf ihrem Blog "Isarsparer" zeigt eine Aluminiumschale mit einer ganzen und einer angeknabberten Weißwurst, garniert mit Erdbeeren und Speck. 

"Fühlte mich als hätte ich Almosen erhalten"

Was zunächst wie eine kuriose neumodische Food-Kreation klingt, ist das, was die Bloggerin ihrer Aussage nach in der Schale vorfand, die sie über die App im Café Klenze für 4 Euro gekauft hat. "Wer bitte kommt auf die Idee, Weißwürste, Bratwürste und Erdbeeren zusammenzupacken", fragt sich die Bloggerin im Nachhinein.

Auch die Übergabe hat anscheinend nicht ganz reibungslos funktioniert. Sie habe freundlich nach dem Inhalt der Box gefragt, sei aber von dem Kassierer schroff mit dem Worten "alles was wir vom Buffet übrig hatten" abgekanzelt worden, so Winderl. "Irgendwie fühlte ich mich in dieser Situation, als hätte ich Almosen erhalten, derweil hatte ich doch für meine Portion bezahlt", schreibt sie in ihrem Erlebnisbericht. 

Das sagt ein Verantwortlicher des Café Klenze 

Die AZ hat mit einem Verantwortlichen des Café Klenze, das von "The Victorian House" betrieben wird, über die Vorwürfe gesprochen. Das Café habe die Zusammenarbeit mit "Too Good To Go" inzwischen beendet. Rund 20 bis 30 Personen hätten die Angebote in dem zweiwöchigen Testzeitraum in Anspruch genommen. Beschwerden habe es - außer von Frau Winderl - nicht gegeben.

"Wir haben uns nichts vorzuwerfen", sagt der Verantwortliche. Zwar sähen die Reste auf dem Foto tatsächlich nicht besonders appetitlich aus – dass das Essen allerdings genau so rausgegeben wurde, kann er nicht bestätigen. 

"Für 4 Euro gibt es halt Reste"

Die Kritik der Bloggerin kann er so nicht nachvollziehen. Seit Oktober herrsche im Café wegen der Sonderausstellung Ausnahmezustand, die Angestellten seien auch nur Menschen. Für die Essensreste haben sie auch nicht den regulären Preis bezahlt, wie zum Beispiel ein Gast. "Für 4 Euro gibt es halt Reste", sagt er gegenüber AZ.

Das Essen sei außerdem zum Abholen gedacht, nicht zum dortigen Verzehr. Den Wirbel hält der Verantwortliche für kontraproduktiv: "Da verschreckt man Leute, die gewillt sind bei der App teilzunehmen".

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