VW und Opel Altmaier hofft auf Renaissance der Batterieproduktion

Ein Reinraum zur Produktion von Batteriezellen im VW Werk Salzgitter. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa

Die Batteriezellen-Produktion in Deutschland soll auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig werden. Dazu stockt VW die Kapazität auf, und Opel baut ein Werk in der Pfalz. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier spricht von einer "industriepolitischen Entscheidung ersten Ranges".

 

Kaiserslautern - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hofft auf eine Renaissance der Batterieproduktion in Deutschland.

"Es besteht die Perspektive, dass in wenigen Jahren die Produktion von Batteriezellen, die wir in Deutschland und Europa schon seit langer Zeit verloren glaubten, an diesen Standort zurückkehrt", sagte der CDU-Politiker in Kaiserslautern.

In der rheinland-pfälzischen Stadt will Autohersteller Opel mit der Konzernmutter PSA und der französischen Total-Tochter Saft ab dem Jahr 2024 Batteriezellen für Elektroautos produzieren. Opel zufolge sollen rund zwei Milliarden Euro in die größte Batteriezellproduktion für Elektrofahrzeuge in Deutschland investiert werden. Rund 2000 Arbeitsplätze sind geplant.

Volkswagen will unterdessen die Kapazität seiner geplanten Batteriezellfabrik in Salzgitter noch einmal um die Hälfte aufstocken. Statt für die zunächst vorgesehenen 16 soll das Werk für bis zu 24 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr ausgelegt werden, hieß esaus dem Unternehmen. Dazu sei nach der ersten Stufe eine Erweiterung angedacht. Den Bauantrag will VW im März einreichen.

Die Wolfsburger wollen mit dem schwedischen Partner Northvolt eine Fertigung für Batteriezellen in insgesamt drei Linien aufbauen. Ziel der eigenen Fabrik ist auch, die hohe Abhängigkeit von Lieferanten aus Asien bei der Ausstattung von Elektroautos zu verringern. Anfang 2021 sollen die Arbeiten an dem Werk starten, Zieldatum für den Produktionsanlauf in Salzgitter ist der Jahresbeginn 2024.

In Kaiserslautern sprach Altmaier von einer "industriepolitischen Entscheidung ersten Ranges". Der Bund wolle sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag an der Investition in der Pfalz beteiligen.

"Hier in Kaiserslautern entsteht ein echtes Jahrhundertprojekt", sagte Opel-Geschäftsführer Michael Lohscheller. Ab 2023 sollen drei Blöcke mit einer Kapazität von je acht Gigawattstunden schrittweise aufgebaut werden. Lohscheller zufolge könnten damit rund eine halbe Million Autos jährlich mit Batteriezellen "Made in Kaiserslautern" versorgt werden.

"Damit können wir auch zu einem übergeordneten politischen Ziel beitragen: 25 bis 30 Prozent des globalen Bedarfs an Elektroauto-Batterien sollen künftig in Europa hergestellt werden."

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sprach von einer "Sternstunde". "Veränderung muss gestaltet werden - da ist Kaiserslautern ein wichtiges und positives Signal", sagte die SPD-Politikerin. Auch die IG Metall begrüßte die Entscheidung. "Hier werden die hoch qualifizierten Opel-Beschäftigten zu guten tarifvertraglichen Bedingungen ihren Beitrag zum Erfolg der neuen Fertigung erbringen", betonte Bezirksleiter Jörg Köhlinger.

In Salzgitter hatte VW bereits Ende September mit der Herstellung von Zellen für Prototypen begonnen. Diese Pilotlinie dient vor allem der weiteren technischen Abstimmung - die Erfahrungen sollen aber auch in das Großserien-Joint-Venture mit Northvolt einfließen. Bis zum Jahreswechsel 2023/24 werden in Salzgitter mehr als eine Milliarde Euro investiert, mittelfristig sollen über 1000 Jobs entstehen. Zur Eröffnung der Kleinserien-Linie im Herbst hieß es, langfristig peile man konzernweit eine Batteriekapazität von 150 Gigawattstunden an.