Biologisch gebraut Ein neuer Sud für Hopfenfreunde

Thomas und Marta Girg in ihrer Hinterhofbrauerei in Hadern. Ab Sommer will das Ehepaar drei verschiedeneSorten Bier verkaufen – in Bio-Qualität. Foto: ho

Ein Ehepaar will in einem Hinterhof Bier brauen. Nicht irgendeines, sondern Münchens erstes Bio-Bier.

 

Hadern -  Die Bierstadt München kam einige Zeit etwas behäbig daher. Freilich, es gibt die sechs großen Brauereien, deren Klassiker in der Boazn nebenan wie im Berliner Hipster-Schuppen gerne über die Theken gereicht werden. Neues gab’s trotzdem wenig. Aber seit ein paar Jahren kommt Bewegung in die hiesige Brauerszene.

Neue Kleinbrauer finden sich zusammen und erfinden das Münchner Bier neu. Ein Ehepaar aus Hadern will die Bier-Palette der Stadt nun um ein weiteres Hopfenerzeugnis erweitern: Bio-Bier. Noch stehen Marta (39) und Thomas Girg (38) mit ihrem Vorhaben am Anfang.

Ihre Firma „Kraft Bier“ gibt es seit dem 29. Januar. Aber die 10-Hektoliter-Brauanlage steht schon in einem unscheinbaren Gebäude in einem Haderner Hinterhof. Wenn der Zoll sein OK gibt und die letzten rechtlichen Fragen geklärt sind, kann es losgehen.

Wie kommt man darauf, sein eigenes Bier zu brauen, ohne Brauer zu sein? Marta Girg überlegt kurz. Die 39-Jährige ist Sommelière, arbeitet in der Hotellerie, ihr Mann ist im Veranstaltungsbereich tätig.

„Wein und Bier, der Herstellungsprozess davon, das hat uns immer fasziniert“, sagt sie. Als sich die Möglichkeit ergab, in Hadern Braugeräte zu übernehmen, ergriffen die Girgs die Gelegenheit.

Dass es Bio-Bier sein sollte, stand von Beginn an fest. Nicht nur, weil es in München davon bislang keins gibt, sondern, weil die Girgs hinter der Öko-Idee stehen – selbst wenn es nicht einfach ist, Hopfen und Malz in biologischer Qualität zu bekommen.

Der Firmenname spielt zwar auf Spezialbiere und „Craft-Beer“ an, „Kraft Bier“-Sorten sind aber klassisch: Helles, Weißbier und Dunkel, in Bio-Tradition unfiltriert. Um sie herzustellen, haben die Girgs den Brauer Emil Wilhelm Görlich engagiert.

Jeden Freitag sollen die Biere im Hof verkauft werden. „Wir möchten mit unseren Kunden in Kontakt bleiben und ihre Wünsche bei unseren Bieren berücksichtigen“, sagt Marta Girg.

Sie hofft, dass es schon diesen Sommer soweit ist. Freilich, bei einem jungen Unternehmen ist ein genauer Starttermin schwer abzuschätzen.

Sicher ist für Marta Girg, dass das Bier zunächst eine Nebentätigkeit bleiben soll: „Wir wollen klein bleiben und einfach gutes Bio-Bier brauen.“

 

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