"Bin einer, der den Zweikampf sucht" EHC-München Star Maximilian Daubner über seinen Gifthaferl-Ruf

Geht gerne mal auf Tuchfühlung: Maximilian Daubner vom EHC München (r). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nachwuchsstar Maximilian Daubner spricht in der AZ über das historische Ziel des EHC München, seinen Ruf als Gifthaferl, seine schwere Verletzung – und wie er am besten seinen Kopf kar bekommt.

 

München - AZ-Interview mit Maximilian Daubner. Der 21-jährige Deggendorfer spielte 2016 erstmals beim EHC Red Bull München in der Champions League, in dieser Saison bringt er es bisher auf 27 Einsätze in der DEL (sieben Tore, drei Assists) und zehn Spiele in der CHL (null Scorerpunkte).

AZ: Herr Daubner, zwei Spiele stehen für den EHC in der regulären Saison noch an, dann geht’s in die Playoffs und damit auf die Jagd nach dem vierten Titel in Serie. Coach Don Jackson meinte, dass man merkt, dass die Intensität sehr zunimmt, wie empfinden Sie das auf dem Eis?
MAXIMILIAN DAUBNER: Genau so. Es ist alles ein bisschen härter, intensiver. Aber das gefällt uns, wir sind in einer Topverfassung, sind gut drauf. Die Red Bulls haben die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben und den vierten Titel in Serie zu holen, was noch keiner Mannschaft in der DEL gelungen ist. So eine Chance wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Mit Ihnen mittendrin.
In der vergangenen Saison war ich auch schon im Kader, habe aber kein Spiel in den Playoffs bestritten. Ich hoffe, dass mir das in dieser Spielzeit gelingt.

Da war der Sieg am vergangenen Freitag beim Tabellenführer Mannheim Adler sicher sehr wichtig.
Absolut. Das hat uns noch mal mehr Selbstvertrauen gegeben. Es war für uns schon wichtig, dass wir jetzt wissen, dass wir Mannheim eben auch in 60 Minuten schlagen können, was uns in dieser Saison ja noch nicht gelungen war. Jetzt wissen wir es (lacht).

Und Mannheim weiß es jetzt natürlich auch.
So schaut es aus.

Für Sie persönlich läuft es in dieser Saison gut. 27 Einsätze mit sieben Toren und drei Assists, das sind gute Statistiken.
Ja, ich bin schon ganz zufrieden. Meine Verletzung hat mich zwar ein bisschen zurückgeworfen, aber ich bin dann wieder sehr gut reingekommen. Der Verein hat mir auch einen Rahmen überreicht, da ist der Puck von meinem ersten Tor drin. Der hängt bei mir in der Wohnung. Ich freue mich sehr, wenn ich ihn sehe.

Wenn man sich Ihr intensives Spiel ansieht, fällt auf, dass Sie ein Gifthaferl sein können, dass ein bisschen was von EHC-Star Patrick Hager in Ihnen steckt.
(lacht) Das kann schon sein. Ich bin einer, der den Zweikampf sucht, das ist mein Spiel, war es immer schon. Ich denke, dass ich mit dieser Art der Mannschaft am meisten helfen kann.

Die größte Auszeichnung dürfte sein, dass Sie jetzt, da fast alle verletzten Stars fit sind, weiter im Kader sind.
Es macht glücklich, dass mir der Trainer weiter das Vertrauen schenkt. Ich denke, das läuft in München ideal, dass man zwar auf der einen Seite viele großartige, erfahrene Spieler hat, aber eben auch den jungen deutschen Spielern Chancen und Eiszeit gibt.

Spieler wie Maximilian Kastner oder Andreas Eder machen es beim EHC vor.
So, wie es läuft, ist es gut für die Spieler und für das deutsche Eishockey. Davon profitieren letztlich alle.

Sie hatten, bevor Sie zum EHC gekommen sind, eine schwere Zeit.
Stimmt, ich habe mir 2015 eine sehr schwere Verletzung zugezogen, die mich ein ganzes Jahr gekostet hat. Diese Zeit, in der man nicht weiß, ob man die Karriere fortsetzen kann, war wirklich sehr hart für mich. Unser Manager Christian Winkler und Red Bull haben mir dann angeboten, dass ich dort die Reha machen kann. Das habe ich sehr gerne angenommen. Meine Eltern, meine Familie haben mich auf dem Weg zurück sehr unterstützt, denn ich hatte immer im Kopf, dass ich einfach wieder Eishockey spielen will. Ich habe auch viel Unterstützung von alten Mitspielern erhalten, die mich aufgebaut haben.

Sie haben auch ein wirklich tierisches Hobby.
Wir haben daheim einen Pferdehof mit fünf Pferden. Ich gehe gerne in den Stall, miste aus. Da kann ich perfekt abschalten, den Kopf klar bekommen. Tiere geben einem so viel – diese Unverfälschtheit ist toll. Wobei Reiten nicht so das Meine ist. Ich habe es mal versucht, im Schritt geht es, aber sobald es schneller wird, es in Trab oder Galopp geht, ist das nicht meins. Vielleicht mal, wenn ich in Rente bin.

Pferde, das Hobby haben Sie mit einem anderen Ur-Bayern – Fußballer Thomas Müller – gemein.
Ich finde den super. Dass er ein herausragender Spieler ist, ist eh klar. Aber mir gefällt, wie bodenständig und unverfälscht er ist. Und dass er so ehrlich ist. Im Sport ist es nicht immer leicht, seine Meinung klar zu vertreten, weil man sehr schnell Gegenwind kriegt, aber der Müller sagt ehrlich und offen, was er denkt. Das imponiert mir.

 

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