Bierofka und Fauser kritisieren System 1860 aufgepasst! DFB plant Aufstiegs-Reform für Regionalliga

, aktualisiert am 14.09.2017 - 13:37 Uhr
Gemeinsam für den TSV 1860: Trainer Daniel Bierofka (li.) und Boss Markus Fauser Foto: pm

Nur drei aus fünf: Der Aufstiegsmodus aus den Regionalligen in die 3. Liga gilt als hochumstritten. Der DFB kündigt nun eine Entschärfung der Regel an – auch der TSV 1860 könnte davon betroffen sein. Es bleibt jedoch ein Haken.

 

München - Bisher hochumstritten: der Aufstiegsmodus in die 3. Liga. Fünf Regionalligen gibt es unter dem Dach des DFB aktuell in Deutschland, darunter auch die Regionalliga Bayern mit dem TSV 1860. Doch aus besagten fünf Ligen werden auch am Ende der Saison 2017/18 nur drei Klubs aufsteigen, aus einer Relegation mit dem Vize der Regionalliga Südwest.

Ergo: Ein Verein kann Meister werden, steigt aber nicht direkt auf. Diese Regel könnte in diesem Jahr auch 1860 München betreffen, derzeit sind die Löwen Tabellenführer vor dem 1. FC Schweinfurt 05. "Es ist bitter, wenn du Meister wirst, und wegen zwei Spielen dann nicht aufsteigst", hatte Geschäftsführer Markus Fauser jüngst im Gespräch mit der AZ zum umstrittenen Regionalliga-Modus gesagt: "Klar ist, wenn du Meister wirst, willst du auch aufsteigen."

Bierofka: "Es bringt nichts"

"Es bringt nichts. Die Regularien sind so. An die mussten sich Unterhaching, Würzburg und Regensburg auch halten. Wir wissen ganz genau, wie schwer es wird, falls wir Meister werden sollten. Wenn man in die anderen Ligen schaut, was für Klubs dort dabei sind, mit welchen Etats ihre Mannschaften spielen, wird es brutal schwer", meinte indes Sechzig-Coach Daniel Bierofka auf Nachfrage. "Dementsprechend können wir es nicht ändern."

Stimmt – allerdings nur vorerst. Für diese Saison hat der 38-Jährige Recht. Doch bereits für die kommende Saison 2018/19 - sollte Sechzig nicht aufsteigen - plant der DFB nun eine Reform des Modells. Dann sollen vier statt drei Regionalliga-Meister aufsteigen, drei davon direkt. Und vier statt drei Teams aus der 3. Liga absteigen. Für viele Beobachter kommt das überraschend.

Auch am Donnerstag äußerte sich der Löwen-Coach nochmals über die geplante Reform: "Dazu muss man erstmal sehen, wie das genau aussehen soll. Ich weiß ja gar nicht genau, wie weit die Pläne schon fortgeschritten sind. Ich erwarte es mit Spannung, was dabei herauskommt. Natürlich ist es ein großer Einschnitt – auch für uns, wenn wir nächstes Jahr noch in der Regionalliga spielen. Es wird leichter, den Schritt (eine Liga höher, d. Red.) zu machen. Die Relegation ist brutal schwer."

DFB will Gespräche mit 3. Liga und Regionalliga-Klubs

Konkret: Bei der Konferenz der Präsidenten der Regional- und Landesverbände des DFB wurden zu Beginn dieser Woche mehrere Varianten diskutiert, um die umstrittene Relegation der Regionalliga-Meister zumindest teilweise abzuschaffen. Dieses Modell wird favorisiert. DFB-Präsident Reinhard Grindel sprach sich in einem Gespräch mit der Funke-Mediengruppe dafür aus, "von fünf Staffelsiegern steigen vier auf". Im September würden mit den Regionalliga-Klubs und der 3. Liga demnach Gespräche geführt.

"Unser Ziel ist die Verabschiedung der neuen Struktur durch den DFB-Vorstand im Dezember", erklärte Grindel. Ergo: Schon mit Beginn der Saison 2018/19 könnte die neue Regelung greifen. "Wir gehen ohne Festlegungen ergebnisoffen in die Diskussionen. Aber ich denke, dass das Modell vier aus fünf gute Chancen haben könnte, sich durchzusetzen", meinte der DFB-Chef und begründete den Vorschlag: "Weil es eine einfache und gerechte Lösung ist. Der Grundsatz, der Meister muss aufsteigen, wird zwar nicht in Gänze erreicht, aber in den meisten Fällen. Das Modell würde so angelegt sein, dass für die Klubs deutlich mehr Planungssicherheit herrschen würde als im aktuellen Modus", sagte Grindel.

Haken für den TSV 1860?

Entsprechende Planungen des DFB hatte auf Nachfrage des MDR in Leipzig auch der sächsische Verbandspräsident Hermann Winkler, Mitglied des DFB-Vorstandes, bestätigt. "Ich unterstütze diese Initiative und werde wie meine Kollegen in den anderen Landes- und Regionalverbänden in den nächsten Wochen intensiv mit den Vereinen über die möglichen Modelle diskutieren", sagte Winkler. "Ich bin ganz klar dafür: Der Erste muss aufsteigen."

Allerdings würde es auch im favorisierten Modell eine Einschränkung geben. Drei von fünf Regionalliga-Meistern sollen direkt aufsteigen, die beiden anderen in der Relegation den vierten Aufsteiger ermitteln. In der Regionalliga Südwest verliert der Zweite das Recht auf die Qualifikation. Wer direkt aufsteigt, soll nach einem rotierenden System über fünf Jahre festgelegt werden. Dieser Haken bleibt, und könnte für die Löwen relevant werden, sollte den Giesingern nicht schon kommenden Sommer der Aufstieg in die 3. Liga gelingen.

Lesen Sie hier: Daniel Bierofka - Einer wie Werner Lorant

 

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