Besser kein Patient werden Tipps vom Roten Kreuz: So wird's eine gesunde Wiesn

Zum Wohl! Damit es trotz Wiesn-Wahnsinn beim körperlichen Wohl bleibt, gibt das BRK in der AZ Gesundheits-Tipps. Foto: dpa

Wie sich das Rote Kreuz auf den Einsatz auf dem Oktoberfest vorbereitet – und wie Sie vermeiden, Patient zu werden.

 

Es riecht nach Alkohol auf der Sanitätsstation des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) auf der Wiesn. Und zwar streng nach Alkohol. Das ist, weil gerade die Bananen geputzt werden.

Bananen? Alkohol? Also, der Reihe nach. Das BRK kümmert sich heuer wieder um die Sanitätsstation auf der Wiesn, die im rostbraunen Flachbau hinter dem Schottenhamel-Festzelt untergebracht ist, zwischen Polizei und Festleitung. Bis zu 140 Helfer werden hier zur Wiesn im Einsatz sein. Es gibt fünf Behandlungskabinen, einen Überwachungsraum mit 15 Liegen, Ruheräume. Eine Notfallambulanz auf 750 Quadratmetern.

Und hier werden gerade die Wagerl gereinigt und desinfiziert, mit denen die BRK-Helfer im Notfall auf das Festgelände losziehen: Fahrbare Tragen, auf denen Patienten oben in einem Kasten aus gelber Plane eingepackt werden. Schaut mit etwas Fantasie ein bisserl aus wie Bananen. Es sind quasi die kleinsten Wiesnzelte, in die es einen jetzt nicht unbedingt hineinzieht. Aber im Notfall, das riecht man, hat man es darin auf jeden Fall steril.

„Wir freuen uns sehr auf das Oktoberfest“, sagt Ulrich Hölzenbein, Chefarzt der Sanitätsstation. Fragen nach Anstrengung, Stress und Bierleichen wischt er weg. „Die Helfer des BRK machen das hier ehrenamtlich. Weil wir es gerne machen.“

Die Freude an der Wiesn überwiege ganz klar, und es gebe mehr Anfragen von freiwilligen Helfern, als das BRK Zusagen vergeben kann. Trotzdem: Viel Arbeit wird’s schon auch. Deshalb bereitet sich das BRK im Servicezentrum jetzt schon vor. Und das Team steht schon fest. Vier bis elf Ärzte sind dabei, unterstützt von vielen ausgebildeten Rettungsassistenten, Sanitätern und anderen Helfern.

„Die Helfer sind ausgebildet, aber es gibt auch noch besondere Schulungen für diejenigen, die auf dem Oktoberfest im Einsatz sind“, sagt Hölzenbein. Er selbst ist Internist und Kardiologe sowie seit 21 Jahren auf der Wiesn mit dabei.

Lesen Sie hier: Universum Oktoberfest: Das sind die AZ-Wiesn-Experten

Er kennt die Probleme, mit denen Oktoberfest-Besucher im Notfallzentrum landen. Die AZ hat sich Tipps vom Experten für eine gesunde Wiesn geholt. Hier lesen Sie die häufigsten Probleme – und wie Sie sie vermeiden:

Wiesn-Katarrh

Der kommt weder vom Schmusen noch vom Noagal zuzeln, sondern rührt schlicht daher, dass die Abwehrkräfte der Wiesn-Besucher ganz schön gefordert werden. Im Zelt ist es heiß, draußen kühl, und der Alkohol schwächt das Immunsystem ohnehin. Zur Vorbeugung hilft daher keine Medizin, sondern am besten ein paar Tage zur Erholung zwischen den feierlastigen Wiesn-Besuchen. Bei der Kleidung gilt: mehrere Schichten. So können Sie sich drinnen ausziehen, um nicht zu schwitzen, und sich draußen warm einpacken.

Schnittwunden

Sie gehören zu den häufigsten Verletzungen auf der Wiesn. Bei Männern kommen sie meistens daher, dass sie zu kräftig anstoßen und dabei Maßkrüge zu Bruch gehen. Frauen ziehen sich Schnittwunden häufig an den Füßen zu. Also: Ruhig, Männer! Und, liebe Frauen, auch wenn der Schuh drückt: Nicht barfuß über das Festgelände laufen – und bei den Schuhen auf eine anständige Sohle achten. Kreislauf

Schee is und aufregend is, aber auch hitzig und hektisch. Gerade ältere Wiesn-Besucher sollten wissen, wie viel Gaudi sie Herz und Kreislauf zumuten können und ausreichend trinken. Eine gemütliche Wiesn ist dann gescheiter als allzu sportliches Feiern.

Rausch und Kater

Ohne geht’s halt nicht, wird jetzt mancher sagen, und dann etwas von „Wenn’s halt so lustig is...“ und „Des Wiesnbier is aber auch so stark“ erzählen. Dabei ist es ganz einfach: Man sollte wissen, wie viel man verträgt. Und man kann dafür sorgen, das der Rausch nicht mit voller Wucht einschlägt und der Kater geringer ausfällt.

Wer gescheit ist, trinkt auch mal ein Wasser dazwischen

Eine Unterlage ist wichtig. Ein leerer Magen nimmt Alkohol sofort auf, schnell ist er im Blut. Fettiges Essen verzögert die Aufnahme. Noch wirksamer: Zwischengetränke. Wer für jedes Bier ein alkoholfreies Getränk, am besten einfach Wasser, gegentrinkt, sorgt dafür, dass der Körper nicht austrocknet. Denn Alkohol entzieht dem Organismus Flüssigkeit, was wiederum den Alkoholabbau erschwert – einer der Hauptgründe für den Kater. Eine Kopfschmerztablette noch am Abend kann auch helfen, ist aber auch nicht so gesund für den Magen.

Andere Sorgen

Nicht immer kann man vorsorgen. Viele kleine und leider auch große Notsituationen passieren einfach. Von Erschöpfung und Unwohlsein über die Suche nach einem Wickeltisch bis hin zu Notsituationen wie etwa, dass ein Kind verlorenen gegangen ist oder Sie von jemandem sexuell belästigt worden sind: Die Helfer der Sanitätsstation sind für Sie da, wenn Sie sie brauchen. Ein wirklich wichtiger Tipp: Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu fragen.

Die Helfer des BRK finden Sie in der Servicestelle, am Esperantoplatz, am Abgang zur U-Bahn U4/U5 sowie auf der Oidn Wiesn. Im Zweifel: Kopf hoch. Denn weiße Luftballons mit einem roten Kreuz darauf, aufgehängt in etwa 25 Metern Höhe, markieren die Stellen.

 

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