Berüchtigte Fans Hexenkessel Marakana: Was den FC Bayern in Belgrad erwartet

Für Pyrotechnik und Gewalt bekannt: Die Fans von Roter Stern Belgrad. Foto: imago/Action Plus

Am Dienstag tritt der FC Bayern in der Champions League bei Roter Stern Belgrad an. Die Fans und das Stadion sind berüchtigt – was die Münchner im Hexenkessel Marakana erwartet.

 

Belgrad/München - Für den FC Bayern könnte es am Dienstagabend (21 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) in Belgrad ein recht ungemütliches Auswärtsspiel werden. Das Stadion Rajko Mitic, besser bekannt unter dem Namen Marakana von Belgrad, ist ein wahrer Hexenkessel.

Mit einer Kapazität von 110.000 Plätzen war das Stadion früher eines der größten der Welt. Mittlerweile finden hier "nur" noch 60.000 Zuschauer Platz. Wegen der Architektur und Atmosphäre erhielt das Stadion den Spitznamen Marakana – angelehnt an das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro.

Was die Atmosphäre bei Roter Stern Belgrad so hitzig macht: die Fans, die mittlerweile in ganz Europa berüchtigt sind. Irre und mitunter mehr als gefährliche Pyro- und Feuerwerks-Shows im Inneren des Stadions gehören hier zur Tagesordnung. Vor allem beim Derby zwischen Roter Stern und Partizan Belgrad herrscht in der Stadt und vor allem ums Stadion herum jedes Mal Ausnahmezustand.

Belgrad-Fans randalieren beim Hinspiel in München

Für was die Anhänger der Serben neben ihren Pyro-Vorfällen ebenfalls bekannt sind: Gewalt. Häufig kommt es zu Auseinandersetzungen mit Fans der anderen Mannschaft oder der Polizei. Dass die Fans jedoch nicht nur auf heimischem Terrain über die Stränge schlagen, haben sie Mitte September beim Auswärtsspiel in München gezeigt. Fans warfen Glasflaschen auf Polizisten, andere zündeten Pyro in der U-Bahn – eine Eskalation im Stadion konnte die Polizei mit einem Großaufgebot gerade so verhindern. Insgesamt kam es im Rahmen des Spiels zu 30 Festnahmen.

Auch der FC Bayern weiß um die Gefahr für die eigenen Fans in Serbien, weswegen der Verein im Vorfeld eine Reisewarnung an die Mitglieder mit Karten geschickt hat. Auch wenige Tage vor dem Spiel hat der deutsche Rekordmeister nochmal explizit auf die Risiken beim Auswärtsspiel hingewiesen und die Anhänger darum gebeten, möglichst auf jegliche Fanbekleidung zu verzichten. Der Verein stuft den Aufenthalt der Fans in der Stadt als "nicht ungefährlich" ein.

Auswärtiges Amt warnt vor Fußballspielen in Belgrad

Dass die aufgeheizte Stimmung bei Fußballspielen in Belgrad mitunter auch schnell in Gewalt münden kann, ist mittlerweile auch der Politik bekannt. So berücksichtigt beispielsweise das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland unter anderem die Spiele von Roter Stern in seinen allgemeinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Serbien. Das Auswärtige Amt spricht dabei von "z. T. auch gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen".

Bereits vor dem Spiel in München haben die Belgrad-Anhänger für negative Schlagzeilen gesorgt. Im vergangenen Sommer randalierten serbische Fans beim Playoff-Hinspiel gegen Young Boys Bern in der Stadt. Beim Rückspiel gegen die Schweizer kam es dann zum nächsten Eklat, als die Anhänger in Absprache mit dem Verein einen Panzer aus dem Jugoslawien-Krieg vor dem Stadion platzierten. Der Klub selbst sprach von einer "weiteren Sehenswürdigkeit" am Stadion.

Ein weiteres Beispiel: Im vergangenen Jahr musste Roter-Stern im Playoff-Hinspiel gegen RB Salzburg in einem leeren Stadion spielen. Der Grund: Rassistische Fangesänge der eigenen Anhänger.

Rund 2.100 Bayern-Fans sollen mit nach Serbien reisen und ihre Mannschaft im Hexenkessel Marakana anfeuern – hoffentlich mit einem friedlichen Ende für alle Beteiligten.

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