Beim ersten Mal gab's sieben Tage Schnitzel Dieses US-Paar geht seit 1992 jedes Jahr auf die Wiesn

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Sharon und Ed: Es ist das 25. Jahr, in dem sie zum Oktoberfest reisen. Foto: min

Oktoberfest-Junkies aus den USA: Sharon und Ed kommen seit 1992 jedes Jahr auf die Wiesn. Beim ersten Mal hat Sharon nur Schnitzel gegessen.

 

In ihrem ersten Wiesnjahr hat Sharon (64) nur Schnitzel gegessen. Es war das einzige, was sie bestellen konnte. Ed (74) dachte, er habe eine Schnitzelwahnsinnige geheiratet. Im September 1992 war das. Im April hatte sich das Paar aus Key West Florida kennengelernt, im Juni geheiratet und dann ging’s für Sharon das erste mal auf das Oktoberfest. Seitdem gehen sie jedes Jahr zusammen.

Ed geht seit 1962 auf die Wiesn, war mit der Army zweieinhalb Jahre in Ulm stationiert und hat mit seiner Familie die ganze Welt bereist. Sharon kommt aus einfachen Verhältnissen und war nie in Deutschland, der Heimat ihres Vaters. „Ich war überwältigt, weildas Oktoberfest so viel größer ist, als ich es mir hätte vorstellen können. In Amerika wäre ein solches Fest nicht möglich“, sagt Sharon. Zwei Wochen sind sie heuer durch Bayern gereist, pünktlich zum Wiesnstart sind sie in München gewesen. Nach neun Tagen Wiesn geht’s – sehr deutsch – nach Mallorca.

Ed und Sharon waren 2001 und sind auch dieses Jahr da. "Wir haben keine Angst"

„Ich wusste wirklich nicht, ob wir dieses Jahr gehen sollen.“, sagt Ed. Doch haron hat ihn mit einem Foto überzeugt: Es zeigt das Paar 1996 auf der Wiesn. Sharon hatdas Bild in die Küche gestellt. So viel und gerne Sharon redet, ihren Ed hat sie mit diesem Foto überzeugt, dieses Jahr wieder aufs Oktoberfest zu fahren. „Wir waren 2001 hier und wir kommen auch heute. Das ist so ein firedlicher Ort, wo die Menschen zusammen feiern. Wir haben keine Angst“, sagt Sharon.

Viele Menschen treffen sie hier jedes Jahr wieder: Wie die Wiesnbedienung aus dem Löwenbräuzelt, der sie dieses Jahr ein Foto mitgebracht haben, das sie im letzten Jahr von ihr gemacht haben. Oder die Mädels mit den hohen Hacken, die Sharon in der Toilettenschlange kennengelernt hat und die ihr ein paar Stunden später unter lautem „Hallo“ wieder über den Weg stolpern. „Hier herrscht so ein glücklicher Lärm“, sagt Sharon.

Das Paar liebt es, mitten in diesem Lärm zu sein. „Wir können schon einige Refrains der deutschen Lieder mitsingen“, sagt Sharon. „Oder wir meinen zumindest, dass wir mitsingen können“, ergänzt Ed. Mittlerweile kann nicht nur Ed Deutsch, auch Sharon kann die Zahlen, Richtungen und Essen auf Deutsch sagen. Und isst gerne Kaasspatzen. Auch das kann sie sich freilich auf Deutsch bestellen.

 

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