Bei Hoffenheim-Pleite Müllers schwache Leistung: Die vergebene Chance

Im Spiel gegen Hoffenheim hätte Thomas Müller sich beweisen können. Diese Chance hat er vergeben, nun droht ihm die Bank. Foto: Augenklick

Thomas Müller, der sich zuletzt über Ancelotti beschwert hat, darf gegen Hoffenheim von Beginn an ran – und zeigt eine schwache Leistung. Im Champions-League-Spiel gegen Anderlecht droht ihm nun wieder die Bank. 

 

Sinsheim/München - Thomas Müllers Bilanz liest sich ernüchternd: Nur 34 Ballkontakte für den Bayern-Angreifer gegen Hoffenheim, drei (ungefährliche) Torschüsse, 29 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 59 Prozent angekommene Pässe. Seine beste Szene hatte Müller gleich zu Beginn der Partie, als er Robert Lewandowski mit einer präzisen Flanke bediente (7. Minute). Latte, Pech – das war’s in der Offensive.

Abgesehen davon fiel Müller mit einem misslungenen Hackentrick auf. Und mit Schläfrigkeit. Vor Hoffenheims 2:0 stellte er sich im Duell mit Nadiem Amiri ungeschickt an, ließ sich vom TSG-Akteur leicht abschütteln. Mal wieder kein überzeugendes Müller-Spiel. In der 78. Minute brachte Coach Carlo Ancelotti Neuzugang James.

Breitner: Müller unter Ancelotti nicht weiterentwickelt

"Im Strafraum hatten wir zu wenige Spieler", klagte Mats Hummels nach der Partie. Es war eine Kritik, die besonders Müller auf sich nehmen musste. Der Stürmer, der in Bremen auf der Bank gesessen und gemotzt hatte, durfte auf seiner Lieblingsposition hinter Stürmer Robert Lewandowski agieren, doch das einst so gefährliche Duo harmonierte wenig.

Müller kam kaum einmal in die Nähe des Hoffenheim-Tores. "Wir müssen uns künftig deutlich mehr Chancen erspielen", fuhr Hummels fort: "Das war unsere größte Baustelle." 

Müller selbst wollte sich diesmal, nach seinem 400. Pflichtspiel für die Bayern, nicht äußern. Dafür sprachen andere. "Müllers Qualität war einmal Spitzenqualität beim FC Bayern", sagte Paul Breitner im Sport1-Doppelpass. Doch unter Ancelotti habe sich der Weltmeister nicht weiterentwickelt, im Gegenteil. "Einige Spieler sind von Ancelotti beschnitten worden, allen voran Müller", betonte Breitner.

Seiner Meinung nach werde Müller in ein zu enges taktisches Konzept gepresst, könne seine Kreativität so nicht entfalten. Nur neun Tore erzielte Müller, seit Ancelotti 2016 das Amt des Bayern-Trainers übernommen hat. Es passt zwischen beiden einfach nicht.

In der Champions League auf der Bank?

Beim Champions-League-Auftakt am Dienstag gegen den RSC Anderlecht (ab 20:45 Uhr im AZ-Liveticker) droht Müller erneut die Ersatzbank. Der Grund: James, den Ancelotti unbedingt von Real Madrid verpflichten wollte, ist einsatzfähig. Am Samstag gab der Kolumbianer sein Pflichtspiel-Debüt für die Bayern, in den vergangenen Wochen hatte er wegen eines Muskelbündelrisses pausiert.

Viel gelang James zum Start freilich noch nicht, doch der Wunschspieler des Trainers hat zunächst einen Bonus. "Er kann nächste Woche spielen", sagte Ancelotti vor der Hoffenheim-Partie. In der Startelf, versteht sich. Gemeinsam mit Franck Ribéry und Arjen Robben, die in Hoffenheim zunächst geschont wurden, dürfte James eine komplett neue Offensivreihe bilden. Müller hat seine Chance nicht genutzt.

Lesen Sie hier: "Schritt nach hinten gemacht" - Paul Breitners vernichtende Kritik am Ancelotti-System

 

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