BBL-Playoffs Bayern-Basketballer fertigen Bamberg ab: Der Frankfurt-Effekt

Die Basketballer des FC Bayern München haben den ersten Schritt zum Einzug ins Finale um die deutsche Meisterschaft gemacht. Der Pokalsieger setzte sich gegen Titelverteidiger Brose Bamberg souverän mit 95:72 durch und ging in der Best-of-Five-Halbfinalserie mit 1:0 in Führung.

Bayerns Basketballer fertigen Meister Bamberg im ersten Halbfinalspiel mit 95:72 ab. Das Team hat aus dem Fast-Aus gegen die Skyliners in der Runde davor gelernt. „Wollen die Saison nicht einfach wegwerfen“

München - Die Analyse des 95:72-Erfolgs der Bayern-Basketballer zum Halbfinalauftakt gegen Bamberg musste warten. Uli Hoeneß war es ein Bedürfnis, den Spielern zuvor noch persönlich zu ihrer durchaus eindrucksvollen Leistung zu gratulieren.

Und so rief der Bayern-Präsident nacheinander Devin Booker, Braydon Hobbs und Reggie Redding zu sich, um es den Zuschauern gleichzutun, die am Spielfeldrand im Audi Dome mit den Profis auf deren Ehrenrunde abklatschten.

"Eine schöne Ablenkung" sei dieser Sonntagabend für ihn gewesen, sagte Hoeneß schließlich mit Blick auf das verlorene Pokalfinale (1:3) der Fußballer des Klubs gegen Eintracht Frankfurt, das er am Samstag in Berlin miterleben musste. Hoeneß lachte dabei und schickte noch ein kleines Fazit hinterher: "Wir haben von fünf Spielen im Pokal vier überragend gespielt. Gestern haben wir halt mal eins verloren."

Von da an widmete sich Hoeneß ganz seinen Basketballern, die in dieser Woche eine wundersame Wandlung durchgemacht haben. Gegen die Skyliners Frankfurt lagen die nämlich im Viertelfinale, das genau wie die Runde der letzten Vier im Best-of-five-Modus ausgetragen wird, bereits mit 1:2 zurück.

Die Meisterträume der als Hauptrundenchampion in die Playoffs gestarteten Münchner drohten unerwartet früh zu platzen.

Auf einmal sind die Bayern-Basketballer von Beginn an wach

Doch der FCBB ließ drei Siege folgen. Erst in (85:50) und dann gegen Frankfurt (90:70) – sowie nun gegen Titelverteidiger Bamberg. "Am Dienstag in Frankfurt haben wir ähnlich gespielt, sind auch sehr souverän aufgetreten und haben von Anfang an geführt", erklärte Hoeneß auf AZ-Nachfrage: "Ich habe nie verstanden, dass wir oft in Spielen den Start so verschlafen haben und dann einem Rückstand hinterherrennen mussten."

Aber warum schaffen es die Bayern plötzlich, von Anfang an derart dominant aufzutreten? "Wenn man das nur immer so genau wüsste. Das ganze Geschäft, ob Fußball oder Basketball, das kann man nicht am Flipchart besprechen", sagte Hoeneß: "Da ist viel Psychologie und Menschenführung dabei. Heute und in den letzten drei Spielen ist das fantastisch."

Nationalspieler Danilo Barthel meinte: "Das Viertelfinale gegen Frankfurt hat uns extrem gut auf die Serie gegen Bamberg vorbereitet." Und auch Jared Cunningham, mit 26 Punkten gegen Bamberg der überragende Spieler, verwies auf den "Schlüsselmoment", als in Frankfurt das vorzeitige Saisonende drohte. "Da sind wir als Mannschaft noch enger zusammengerückt, haben realisiert, was auf dem Spiel steht und wollten unsere Saison nicht einfach wegwerfen."

Der Frankfurt-Effekt ist es, der die Münchner antreibt. Bamberg bekam das in Spiel eins schmerzhaft zu spüren. Und das, obwohl bei Bayern "drei unserer wichtigsten Spieler ja nicht dabei waren", wie Hoeneß über das verletzungsbedingte Fehlen von Vladimir Lucic, Milan Macvan und Stefan Jovic sagte.

Hoeneß ist optimistisch, dass die Bayern ihr Trauma gegen die Bamberger, gegen die sie in den vergangenen beiden Spielzeiten ebenfalls im Halbfinale jeweils 0:3-Niederlagen hinnehmen mussten, ablegen könnten. "Dieses Jahr haben bisher alle vier Spiele gegen sie gewonnen", sagte er: "Und so eine deutliche Niederlage wie heute tut ihnen jetzt schon ein bisschen weh." Hoeneß kennt diese Perspektive des Duells der beiden Rivalen nur zu gut und warnte vor dem Auswärtsspiel am Mittwoch (20 Uhr): "In Bamberg wird es jetzt natürlich schwer."

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