Bayerns Basketballer Pesic verrät: So lief sein Streit mit Hoeneß

FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic ist einmal mit Bayern-Präsident richtig aneinandergeraten. Foto: firo Sportphoto

Bayerns-Basketballer verabschieden Präsident Hoeneß mit dem Sieg gegen Alba. Kürzlich gab es den ersten echten Streit mit Pesic.

 

München - Uli Hoeneß nahm die Einladung der Bayern-Basketballer gerne an und kam nach dem 84:80 gegen Alba Berlin in die Mannschaftskabine. Das Team sagte dort: Servus, Mr. President! Und Kapitän Danilo Barthel überreichte Hoeneß den von allen Spielern unterschriebenen Spielball. "Danke, thank you", sagte Hoeneß, der also ein kleines Andenken an das letzte Heimspiel des FCBB, das er in Amt und Würden miterlebt hatte, mit nach Hause nehmen durfte.

Am Freitag wird er sich ja als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender zurückziehen. "Mit so einem Wochenende kann man natürlich jetzt wunderbar in die Jahreshauptversammlung reingehen", sagte Hoeneß, dem die Fußballer bereits einen Tag zuvor mit der 4:0-Gala gegen Borussia Dortmund ein weiteres Abschiedsgeschenk gemacht hatten.

FCBB-Team sagt: Servus, Mr. President

"Die Leute, die das jetzt machen, zu denen habe ich hundertprozentiges Vertrauen. Deswegen ist der FC Bayern prima aufgestellt für die Zukunft. Das war immer mein Traum", sagte Hoeneß, "und ich glaube, so wie der Verein jetzt dasteht, kann man ihn übergeben." Für das große Ganze gilt das ohnehin – sowohl im Fußball als auch im Basketball. Und nach den beiden Siegen gegen die jeweiligen großen Rivalen passt nun eben auch die Momentaufnahme ins Bild.

Die Basketballer, die nach 2014 auch in den beiden vergangenen Jahren die Meisterschaft – sowie 2018 auch den Pokal – gewinnen konnten, übernahmen mit dem Sieg gegen Alba passenderweise die Tabellenführung in der Bundesliga. "Ich bin sehr stolz, dass wir aus einem Zweitligateam eine Spitzenmannschaft in Deutschland gemacht haben", blickte Hoeneß auf die Entwicklung des FCBB seit dem Wiederaufstieg 2011 zurück.

Hoeneß bietet "Hilfe vom Tegernsee" an

Und die Entwicklung seines Lieblingsprojekts sieht er noch lange nicht beendet. "Ich hoffe, dass es uns gelingt, mit der Hilfe des Audi Domes aber nachher auch des SAP Gardens, in die europäische Spitze, unter die ersten Fünf, reinzukommen. Aber da muss man noch viel arbeiten." Das müssen ab sofort aber andere tun, zum Beispiel sein Nachfolger als Präsident. Da brauche "man sich keine großen Sorgen machen", befand Hoeneß: "Herbert Hainer hat mir versprochen, dass er sich sehr um Basketball kümmern wird." Deshalb sei er sich "hundertprozentig sicher, dass er den Basketball genauso forcieren wird wie ich".

Hainer sei "ein Sportfreak, der sowohl Fußball als auch Basketball liebt", sagte Hoeneß, "und wenn er Hilfe braucht vom Tegernsee, dann werde ich immer da sein." Freilich "nur, wenn ich gefragt werde". Hoeneß wolle sich zukünftig schließlich "nicht total in den Vordergrund spielen".

Geschäftsführer Marko Pesic blickt auf neun Jahre und eine "grandiose Zeit" mit Hoeneß zurück. Einer Meinung war man sich dabei keineswegs immer. Erst kürzlich sei man bei einem Meeting "zum ersten Mal so richtig krass aneinandergeraten", erzählte Pesic – ohne zu verraten, warum genau.

Pesic: Wir haben drei Wochen kein Wort geredet

Daraufhin hätten die beiden drei Wochen lang kein Wort miteinander geredet. Erst dann kam Hoeneß auf Pesic zu, bat ihn zur Besteckstube bei Käfer und dort um Entschuldigung. "Wie groß kann man sein...", sagte Pesic. Weil es Hoeneß’ letztes Spiel war, hätten "die Spieler vielleicht wirklich noch mal einen Ticken mehr gegeben", hatte Pesic nun gegen Alba beobachtet.

Das bestätigte Alex King, der mit 19 Punkten und fünf von sechs verwandelten Dreiern Matchwinner gegen seinen Ex-Klub war: "Wir wussten, dass wir das Spiel einfach gewinnen mussten und freuen uns, dass wir ihm so einen schönen Abschied schenken konnten." Hoeneß sei "ja nicht komplett weg und wird uns auch noch weiterhin unterstützen", sagte King, "er wird immer ein Teil vom FC Bayern Basketball sein." Ab Freitag eben nicht mehr als Präsident, dafür aber wohl noch mehr als Fan.

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