Bayern-Trainer kontert Kritik Brodeln in der Kabine? Kovac findet's zum Schmunzeln

Abschlusstraining des FC Bayern vor dem Champions-League-Spiel gegen Aja Amsterdam. "Es hat nichts mit Ratlosigkeit zu tun, wenn ich nicht gleich nach einem Spiel zu einem Rundumschlag aushole. Das wird es bei mir nicht geben, dass ich meine Spieler 'betoniere', sagt Trainer Niko Kovac. Foto: Matthias Schrader/dpa

Die Kritik prallt nicht an ihm ab - aber Niko Kovac hat zum Gegenschlag ausgeholt: In der Spieltags-Pressekonferenz stellt sich der Trainer des FC Bayern den Vorwürfen auf eine ganz eigene Art.

 

München - Es wird Niko Kovac sicher nicht gefallen haben, was er am Freitag in der "Bild" lesen konnte - und er hatte diese Zeilen bestimmt noch im Kopf, als er um 13 Uhr zum Pressetalk mit den Medienvertretern erschien, um über das anstehende Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr Sky und im AZ-Liveticker) zu sprechen.

Kovac war sehr gefasst - und ergriff nach der Begrüßung durch FCB-Pressesprecher Dieter Nickles und ein paar einleitenden Sätzen zunächst einmal selbst das Wort. Statt wie sonst üblich, in die Fragerunde zu starten. (Hier gibt's den PK-Liveticker zum Nachlesen)

Niko Kovac ergreift vor der Fragerunde das Wort

Der 46-Jährige ging zum Gegenangriff über, besonders aufgewühlt schien er nicht zu sein. Überraschenderweise setzte er sich dabei aber nicht gegen die im "Bild"-Bericht geschilderten Vorgänge in der Bayern-Kabine zu Wehr. Das tat er dann später, gespickt mit kleinen Spitzen.

Offen und direkt hatte sich Kovac nach dem auch für ihn enttäuschenden 1:1 in der Champions League gegen Ajax Amsterdam geäußert - und ehrlich zugegeben, dass er sich nach diesem Spiel "erst einmal Gedanken machen" müsse. (Lesen Sie hier die Stimmen zum Spiel)

Sein Statement am Freitag war klar und eindeutig: "Es hat nichts mit Ratlosigkeit zu tun, wenn ich nicht gleich nach einem Spiel zu einem Rundumschlag aushole. Das wird es bei mir nicht geben, dass ich meine Spieler 'betoniere', wie man so schön sagt."

Vielleicht war ihm klar geworden, dass er kurz nach der Partie gegen Ajax zu offen war. Man hatte ihm diese Offenheit, das Schweigen, als Hilfslosigkeit ausgelegt. Aber: "Das wird man bei mir nicht sehen, egal, ob es ein Champions-League-Spiel ist oder nicht. Es sind meine Spieler, es ist meine Mannschaft."

Niko Kovac kontert Kritik: "Wir sind gefestigt"

Und diese Mannschaft soll sich nun also in verschiedenen Kommentaren in Teilen gegen ihn stellen? "Die Stimmung in der Kabine ist positiv, die Spieler können alle miteinander", betonte Kovac in der Pressekonferenz am Freitag. Und: "Dass es brodelt, das ist nicht so. Natürlich ist der eine oder andere umzufrieden. Und natürlich will da mancher was reininterpretieren, sich die Körpersprache anschauen und Schlüsse ziehen und so weiter. Wir sind gefestigt."

Kovac findet das Ganze "zum Schmunzeln", wie er selbst es ausdrückte: "Wir wurden hochgejubelt, es wurde darüber gesprochen, dass wir ohne Niederlage durchgehen." Auch die Andeutungen zu den Anschuldigungen von James Rodríguez lassen ihn kalt: "Der Spieler hat mit Sicherheit nicht gesagt, dass wir keine Spielidee haben. Man müsse immer auch sehen, wo das Zitat ende.

Niko Kovac: "Haben uns womöglich einlullen lassen"

Damit nicht genug: Auch den Vorwurf, er trainiere nicht intensiv genug, ließ ihn kalt: "Ich hab' gelesen, wir trainieren zu wenig. Wenn wir dreimal die Woche spielen, können wir auch nicht so viel trainieren." Und die Adressaten seiner Kritik saßen ja vor ihm: "Also Männer - jetzt wird's lustig!"

Für Kavac ist das Ganze jetzt keine Mini.-Krise, sondern allenfalls eine "kleine Phase", die jedes Team erlebe.Und er werde jetzt "nicht alles über den Haufen" werfen. "Wir haben diese Phase jetzt. Vielleicht haben wir gedacht, dass das alles so mir nicht dir nichts von der Leber geht. Wir haben uns womöglich einlullen lassen. Die Spieler können damit umgehen, das haben sie schon oft genug bewiesen."

 

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