Bayern-Star dahoam Jérôme Boateng: Das ist mein München

Jérôme Boateng als Leader des FC Bayern auf dem Rasen - und auf dem Cover des "ZEITmagazin" (rechts). Foto: dpa/Robert Fischer für ZEITmagazin

Bayern-Star Jérôme Boateng spricht über seine liebsten Orte in der Stadt und das verlorene Finale 2012 gegen den FC Chelsea. "Ich aß zwei Tage fast nichts", gesteht der Weltmeister.

 

München - Wer schon immer mal einen Kaffee mit Jérôme Boateng trinken wollte, sollte jetzt weiterlesen. Der Abwehrstar des FC Bayern verrät in der München-Ausgabe des neuen ZEITmagazin sein Frühstücks-Café und weitere Lieblingsplätze in der Stadt, die seit 2011 sein Zuhause ist.

Der 28-Jährige war damals als Talent von Manchester City zu den Bayern gewechselt – inzwischen ist er fünfmaliger deutscher Meister, Champions-League-Sieger und Weltmeister.

Die AZ fasst seine besten Aussagen aus dem Magazin, das am Donnerstag der Zeit beiliegt, zusammen.

Boateng über...

...seine Anfangszeit in München: "Ich bin jetzt sechs Jahre hier und habe die Stadt lieben gelernt. Anfangs tat ich mich schwer, weil die Münchner speziell sind. Das lockere Miteinander, die große Klappe, die für Berlin so typisch ist, aber auch das Multikulturelle, mit dem ich aufgewachsen bin, fehlten mir. München ist anders. Münchner sind distanzierter, respektvoller, zurückhaltender, als ich es aus Berlin, Hamburg und Manchester gewohnt war, wo ich zuvor gespielt habe. Viele sagen, das hängt mit dem Schickimicki zusammen, der Arroganz, die den Münchnern woanders zugeschrieben wird, aber ich empfinde das überhaupt nicht so. Anfangs dachte ich auch, dass hier alles etwas unlocker ist, aber je bekannter ich wurde, desto mehr wusste ich diese Gelassenheit anderen gegenüber, und natürlich besonders mir gegenüber, zu schätzen."

...seine bitterste Niederlage: "Ich habe während meiner Zeit hier fast alle Titel gewonnen, aber auch die größte sportliche Niederlage meines Lebens erfahren. Ich werde den 19. Mai 2012 und die Tage danach niemals vergessen, als wir das Finale dahoam gegen Chelsea verloren haben. Die Stadt war in einem Schockzustand, ich aß zwei Tage fast nichts, und als ich mich wieder unter Menschen begab, kamen Fremde auf mich zu, um mir Trost zu spenden. Auch wenn es keine schöne Erfahrung war, die Tage danach haben diese Stadt mehr zu meinem Zuhause gemacht."

...seinen Lieblingsort zum Frühstücken: "Ich bin Frühaufsteher und schon um sieben wach. Dann bringe ich meine beiden Töchter in den Kindergarten und treffe mich danach zu einem schnellen Frühstück mit einem meiner Kumpel. Am liebsten im 'Occam Deli' in Schwabing. Die haben jeden Tag was Neues auf der Karte, aber ich frühstücke trotzdem immer das Gleiche: Rührei, Croissant mit Nutella und einen Kakao."

...Restaurant-Tipps: "Nachmittags, wenn das Training, die Massagen und meine Medienarbeit erledigt sind, komme ich oft nach Schwabing zurück auf ein Wiener Schnitzel im 'Kaisergarten'. Wenn ich Besuch habe von Freunden aus anderen Städten, muss ich mindestens einmal dorthin. Ich liebe es, in Restaurants und Bars zu sein, die nicht unbedingt zu den bekannten Hotspots der Stadt zählen. Wenn ich nach einem Abendessen im 'Teresa Grill' oder im 'Cochinchina' noch nicht nach Hause will, gehe ich mit den Jungs in eine Shisha-Bar. Ich rauche zwar nie, weil mir das Zeug nicht schmeckt, aber die Jungs sind darauf hängen geblieben und quatschen mich immer voll, bis ich mitgehe. Für mich gibt es wie immer nur eine Maracujaschorle, aber weil guter Hip-Hop läuft, lässt es sich im 'NV' gut aushalten."

...weitere Freizeitaktivitäten: "Letztens waren wir in der Ausstellung des Modefotografen Peter Lindbergh in der Kunsthalle, was ziemlich cool war. Wo ich des Öfteren bin, ist das Lustspielhaus. Ich mag Comedy und bin gerne live dabei, wenn ich es einrichten kann. Das letzte Mal haben wir uns die Show 'Allein unter Schwarzen' von Simon Pearce angeschaut, was unglaublich lustig war."

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