Bayern schlägt Juventus Turin 2:0 Rummenigge schwärmt: "Unser bestes Spiel"

Der FC Bayern München schlägt Juventus Turin mit 2:0 und hat beste Chancen aufs Halbfinale der Champions League. Doch Schweinsteiger hadert mit vergebenen Chancen.

 

München - Der 150. Europacup-Sieg war ein besonders süßer: Im temporeichen wie temperamentvollen Viertelfinal-Hinspiel hat der FC Bayern den alten Konkurrenten Juventus Turin 2:0 besiegt. „Das ist ein Wunschergebnis. Wahrscheinlich war es das beste Champions-League-Spiel dieser Saison“, schwärmte Boss Karl-Heinz Rummenigge.

Auch Trainer Jupp Heynckes zeigte sich erfreut: „Wir sind froh, gegen eine italienische Mannschaft zu Null gewonnen zu haben, und ich bin froh über die Art und Weise. Das war über weite Strecken hochklassig. Wir haben das Spiel immer kontrolliert gegen den italienischen Meister. Eine bemerkenswerte Leistung meiner Mannschaft.“

Dabei hatte der Kaiser vor der Partie noch geunkt: „Juve ist nicht stärker als Bayern, vielleicht cleverer“, meinte TV-Experte Franz Beckenbauer. Aber ein Italien-Trauma? Nein, „so was hamma ned“. Anders gesagt: Sie haben es besiegt – und wie! „Ein 3:0 oder 4:0 wäre auch in Ordnung gewesen“, befand Beckenbauer, „Bayern hat super gespielt!“

Doch die Frage bleibt: Reicht das? Bayern hat zig beste Chancen vergeben. Im Vergleich zum 9:2 gegen den HSV hatte Heynckes auf fünf Positionen umgestellt. „Wenn ein Top-Spieler bei Bayern unterschreibt, sollte er wissen, dass das keine Garantie ist, dass er 34 Pflichtspiele macht oder in jedem Pokal- oder Champions-League-Spiel dabei ist“, erklärte Heynckes, „mein Trainer hätte sich nie Gedanken gemacht, mich auszutauschen, weil wir damals nicht gleichwertige Alternativen hatten.“

Den Unterschied zwischen den Tabellenführern der deutschen und italienischen Liga machte zunächst die rechte Fußspitze von Arturo Vidal aus. Mit ihr fälschte der Chilene nach 26 Sekunden einen 34-Meter-Schuss von Alaba ab, und fertig war das zweitschnellste Champions-League-Tor der Bayern. Nur Roy Makaay war vor sechs Jahren gegen Real Madrid schneller: Er traf nach 10,12 Sekunden.

Besser konnte diese Partie aus Bayern-Sicht nicht beginnen. Vidal, der vor zwei Jahren fast an die Isar gewechselt wäre, stand auch weiterhin im Mittelpunkt: als Anti-Liebling des Publikums nach einigen herben, aber nicht geahndeten Fouls an Publikumsliebling Ribéry. Edel-Fan Boris Becker twitterte wütend: „Was hat der Schiri getrunken????“ In Halbzeit zwei machte der Unparteiische seinen Lapsus wett und verwarnte Vidal, so dass der Chilene im Rückspiel fehlen wird. Ein schmerzlicher Verlust, denn auch gegen die Energie von Kampfzwerg Vidal erarbeiteten sich die Bayern allein im ersten Durchgang ein halbes Dutzend Großchancen, doch weder Robben noch Ribéry noch Schweinsteiger gelang das 2:0.

Die mäßige Chancenverwertung war das einzige, was man diesem sehr beherzt zu Werke gehenden FC Bayern vorwerfen konnte. Beckenbauer grantelte in der Pause: „Sie spielen gegen eine italienische Topmannschaft! Da wäre es wichtig, die Torchancen auch zu verwandeln.“

Das holten seine Bayern in Halbzeit zwei nach. Dafür stand ja Buffon im Tor: Einen Distanzschuss von Gustavo patschte er Mandzukic vor die Füße, der auf Müller quer legte: 2:0 in Minute 63. Mehr als ein Tritt von Ribéry in Vidals Wade passierte danach nicht mehr. Bastian Schweinsteiger meinte am Ende: „Mein Gefühl sagt mir, wir hätten ein Tor mehr machen müssen." Kollege Müller meinte dagegen: „Beim 2:0 ist die Konzentration vielleicht noch ein Stück höher."

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