Bayern im Pokal gegen Lautern Rafinha & Co: Die Stunde der Zuschauer

 Foto: AZ-Kombo

Bislang sitzen sie meist auf der Bayern-Bank – und bekommen im Pokal gegen Lautern ihre Chance: Rafinha, Tymoshchuk, Starke und Pizarro. Die AZ erklärt, wer wo auflaufen könnte.

 

MÜNCHEN Regensburg war auch Pokal. Und Zweitligist. Doch Regensburg war anders. Da war Sommer. Das zweite Pflichtspiel der Saison, die Herren Stammspieler sollten sich einspielen. Also schickte Trainer Jupp Heynckes beim Jahn die Top-Truppe aufs Feld – 4:0. Da durfte nichts schief gehen an jenem 20. August, zum Zeitpunkt einer Saison, da man noch eher unsicher ist.
Nun ist wieder Pokal. Wieder geht es gegen einen Zweitligisten, den 1. FC Kaiserslautern (20.30 Uhr, Sky live). Und diesmal ist alles anders. Es schlägt die Stunde der Zuschauer – nicht der 71000. Dafür ist es zu zapfig. Die Stunde der Bankdrücker, der Zuschauer von der Ersatzbank oder gar Tribüne.
Elf Mal am Stück erreichte man das Achtelfinale des DFB-Pokals. Große Sorgen macht man sich nicht an der Säbener Straße, dass nach der Liga-Pleite gegen Leverkusen, der ersten im neunten Spiel, nun die nächste Serie reißt. Also wird rotiert. „Mein Credo insgesamt ist, dass ich Leistungen auch von Spielern berücksichtige, die hinten dran sind”, sagte Heynckes am Dienstag. Die AZ zeigt, wer für wen ins Team rücken könnte.

Rafinha (27): Die rechte Seite ist durch Kapitän Lahm dauer-belegt, daher kam der Brasilianer bisher nur elf Minuten zum Einsatz – traf dabei jedoch fulminant in Düsseldorf (5:0). Heynckes lobt Rafinha häufig für sein „hervorragendes Engagement” im Training. Tatsächlich: Er lässt sich nicht hängen und hat auffallend gute Laune. Zeit für eine Belohnung.

Anatoliy Tymoshchuk (33): Der Ukrainer wurde bis dato drei Mal in der Liga eingewechselt. Gesamtspielzeit: 24 Minuten. Auf seiner Position spielt Schweinsteiger, dazu wechseln sich Javi Martínez (wieder im Kader) und Luiz Gustavo (wieder fit) ab. „Timo verhält sich vorbildlich”, sagte Sportvorstand Matthias Sammer kürzlich, „wir werden auch im Winter keinen Spieler zu etwas drängen.” Sein Vertrag läuft noch bis 2013, womöglich möchte er sich in der Winterpause in Richtung Heimat verabschieden.

Tom Starke (31): Der Torhüter kam ablösefrei von der TSG Hoffenheim, bestritt für HSV, Duisburg und Hoffenheim 91 Bundesliga-Spiele. Starke wurde Nachfolger von Jörg Butt – auch der durfte letzte Saison in der Zweiten Pokalrunde ran, beim 6:0 gegen Zweitligist Ingolstadt. Nun feiert er sein Pflichtspieldebüt für die Bayern.

Claudio Pizarro (34): Seine erste Torvorlage der Saison brachte das 1:1 gegen Leverkusen. Heynckes schenkte dem Peruaner, in der Stürmer-Hierarchie die Nummer drei hinter Mandzukic und Gomez, immerhin schon zwei Spiele von Anpfiff weg. Gegen Valencia (2:1) und in Bremen (2:0).

Gegen den noch ungeschlagenen Tabellen-Dritten der 2. Liga dürfen auch David Alaba und Arjen Robben Spielpraxis nach ihren Verletzungen sammeln. Sollte Franck Ribéry wegen muskulärer Probleme geschont werden, spielt Alaba auf dem linken Flügel und mit Diego Contento kommt noch ein Null-Minuten-Spieler rein.

„Meine Mannschaft ist gefestigt”, sagte Heynckes. Nein, er habe „überhaupt keine Bedenken”. Eine Mini-Krise wollte er sich nicht einreden lassen: „Ich habe keine Bedenken mit Blick in die Zukunft.” Dass er es trotz einer B-Elf Gegner Lautern ernst nimmt, zeigte seine Antwort auf eine spaßige Reporterfrage: „Es ist nicht die Zeit im Moment, um zu flachsen.” 

 

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