Auch Bayern betroffen Bündnis will Stromtrasse "Suedlink" ganz verhindern

Das Bündnis will gemeinsam mit dem Verein "Thüringen gegen SuedLink" einen Sternmarsch am Grünen Band organisieren. Auch Bürgerinitiativen aus Hessen und Bayern schließen sich dem Bündnis zufolge am Ostermontag an. Foto: Nicolas Armer/dpa-Archivbild

Die Stromtrasse "Suedlink" lässt in den betroffenen Gebieten die Gemüter hochkochen. In Thüringen formieren sich die Gegner, auch Bürgerinitiativen aus Bayern schließen sich an. 

 

München/Bad Salzungen - Ein Bündnis aus Gegnern der auch durch Thüringen und Bayern geplanten Suedlink-Stromtrasse hat angekündigt, den Bau nun insgesamt verhindern zu wollen.

"Hier hat es einen Paradigmenwechsel gegeben", teilte der Initiator des Bündnisses, der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU), am Dienstag mit. Krebs und seine Mitstreiter sehen die als grünes Projekt zur Energiewende beworbene Trasse als Mogelpackung.

Da die Trasse in den europäischen Strommarkt eingebunden sein werde, könnten auch Atom- und Kohlestrom darüber fließen. Zuvor hatte das Bündnis sich vor allem am geplanten Verlauf der Stromautobahn gestört.

Strom aus Windparks: "Grünes" Projekt?

Eine Sprecherin des Trassenbauers erklärte, dass allein durch den Beginn der Leitung in Schleswig-Holstein in erster Linie Strom aus Windparks in Deutschland und nördlichen Nachbarländern fließen werde. Daher sei es gerechtfertigt, von einem "grünen" Projekt zu sprechen.

Das "Salzunger Bündnis" ist ein politischer Zusammenschluss des Wartburgkreises, der Kreise Schmalkalden-Meiningen und Unstrut-Hainich sowie der Stadt Eisenach. Seine Vertreter sehen die Trasse auch deshalb kritisch, weil sie aus deren Sicht dauerhaft Landschaften, Agrarflächen sowie Ökosysteme zerstört.

Bürgerinitiativen aus Bayern beteiligt

Zudem plant das Bündnis gemeinsam mit dem Verein "Thüringen gegen SuedLink" am Ostermontag mit einem Sternmarsch am Grünen Band zu protestieren. Auch Bürgerinitiativen aus Hessen und Bayern schließen sich dem Bündnis zufolge an.

Die Bundesnetzagentur entscheidet über den rund 700 Kilometer langen Suedlink-Verlauf voraussichtlich Ende 2019. Die Stromtrasse soll vom südlichen Schleswig-Holstein westlich an Hannover und Göttingen vorbei über Nordhessen und Südthüringen bis Grafenrheinfeld in Unterfranken und zum Umspannwerk Großgartach bei Heilbronn (Baden-Württemberg) führen.

 

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