Bayern-Boss im Austeil-Modus Theater um Aubameyang: Hoeneß stichelt gegen den BVB

, aktualisiert am 30.01.2018 - 17:11 Uhr
Uli Hoeneß stichelt mal wieder gegen den Erzrivalen. Foto: Marius Becker/dpa

Uli Hoeneß äußert sich zu dem Hickhack um Pierre-Emerick Aubameyang bei Borussia Dortmund und kann sich eine Spitze gegen den Erzrivalen nicht verkneifen. Auch mit Schalke-Boss Clemens Tönnies legt er sich an.

 

Düsseldorf - Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat das Schmierentheater bei Ligarivale Borussia Dortmund um Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang scharf kritisiert: "Das ist für den Fußball nicht gut", sagte der 66-Jährige beim Ständehaus-Treff der Rheinischen Post in Düsseldorf und übte zugleich Kritik am Verhalten der BVB-Verantwortlichen.

"Wir würden den Spieler fragen: Kannst du lesen, wie lange dein Vertrag läuft? Und dann wäre Ende der Diskussion. Haben Sie schon mal gelesen, dass ein Spieler dem FC Bayern auf der Nase herumtanzt?", so Hoeneß, der beteuerte: "Ousmane Dembele hätte ich nicht gehen lassen." Der französische Stürmer hatte seinen Wechsel vom BVB zum FC Barcelona im vergangenen Jahr de facto erstreikt.

Aktuell versucht auch Aubameyang durch sein Verhalten, seinen bis 2021 laufenden Vertrag beim DFB-Pokalsieger vorzeitig zu beenden. Er steht vor einem Wechsel zum FC Arsenal.

Sportlicher Erfolg zieht wirtschaftlichen nach sich

Hoeneß räumte allerdings ein, dass sich der BVB auch in einer misslichen Lage befindet: "Wir sind nicht börsennotiert, deshalb können wir auch einmal 100 Millionen Euro ablehnen." Grundsätzlich sei es aber so, dass nach wie vor der sportliche Erfolg den wirtschaftlichen nach sich ziehe und nicht umgekehrt.

Ähnlich äußerte sich der Bayern-Präsident über den gewaltigen finanziellen Vorsprung der Premiere League. An eine dauerhafte Dominanz des englischen Fußballs glaubt Hoeneß nicht: "Was dort passiert, ist, dass sie viel mehr Geld haben. Das wird nicht ewig anhalten", sagte Hoeneß am Dienstag beim Sportbusiness-Kongress SPOBIS in Düsseldorf.

Der 66-Jährige betonte, er glaube nicht, "dass die TV-Verhandlungen in England so weiterlaufen wie jetzt. Wenn keine völlige Revolution kommt mit Apple oder Google, werden British Telecom und Sky nicht mehr das bieten, was sie jetzt bezahlen. Dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los."

Hoeneß vs. Tönnies

Die Stars des Fußballs spielten stets dort, wo das meiste Geld ist. "Wenn das mal zusammenbricht, sieht das wieder ganz anders aus", sagte Hoeneß. Es sei zu bezweifeln, ob die englischen Fans das Spiel mit Investoren auf Dauer mitmachen: "Der Engländer hat ja wenig Freizeitvergnügen außer Fußball."

Die Bundesliga, sagte Hoeneß, "muss sportlich besser werden. Wir müssen den Fans zeigen, dass sich da was tut, auch im Nachwuchsbereich. Es geht nicht immer, nur zu sagen: Wir holen mit viel Geld den Nächsten, und dann noch einen." Clemens Tönnies, Aufsichtsratschef bei Schalke 04, sagte dazu spöttisch: "Lieber Uli, da halte ich viel von."

Der FC Bayern hat ab Sommer den Schalker Nationalspieler Leon Goretzka verpflichtet.

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