AZ-Zeugnisse Keeper des TSV 1860 im Check: Elferkiller Hiller, Pechvogel Bonmann

Zeigt fußballerische Schwächen: Marco Hiller(links). Von Verletzungen ausgebremst: Hendrik Bonmann. Foto: sampics/Augenklick; Pressefoto Rauchensteiner/Augenklick

In Teil eins der Serie verteilt die AZ Saison-Zeugnisse an die Torhüter vom TSV 1860.

 

München - Die Null muss stehen. Diese Fußballer-Weisheit haben schon so einige Trainer für sich beansprucht. Schließlich sind es ja die Defensiven, die Meisterschaften gewinnen. Mit dem Drittliga-Titel und dem Aufstieg haben Trainer Daniel Bierofka und sein Team in der abgelaufenen Saison nicht viel zu tun gehabt. Aber: Wie haben sich die Löwen geschlagen? Und: Wie oft stand die Null?

Zwölf Siege, elf Unentschieden und 15 Niederlagen in 38 Spielen – das ist die Bilanz des TSV 1860 in seiner ersten Drittliga-Saison. Ergibt 48:52 Tore und Tabellenrang zwölf. Dabei waren es vor allem zwei junge Herren, deren Herausforderung lautete: Zupacken! Runterfangen. Aus dem Winkel kratzen. Die Löwen-Schlussmänner Marco Hiller und Hendrik Bonmann kämpften im direkten Duell um den Platz zwischen den Pfosten, und sie kämpften dafür, ihren Kasten sauber zu halten.

TSV 1860: Saisonzeugnis für die Torhüter

"Marco ist im Eins gegen Eins sehr reaktionsschnell und auf der Linie sehr gut, Hendrik hat eine gute Ausstrahlung, ist bei Flanken sehr präsent, organisiert seine Abwehr sehr gut. Beide Torhüter nehmen sich nicht viel", sagte Bierofka über sein Duo, während der scheidende Ersatzmann Johann Hipper ohne Drittliga-Einsatz geblieben ist. Wie sie diese Qualitäten auf den Platz brachten?

Die AZ stellt den beiden Sechzger-Torhütern im ersten Teil der Serie ein Saisonzeugnis aus.

Marco Hiller (33 Spiele), Note 3

Der 22-jährige Regionalliga-Stammtorhüter verlor seinen Status als Nummer eins bekanntlich direkt beim Saisondebüt auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:1). Hiller verhielt sich trotz aller Enttäuschung kollegial – um umso schneller ins Löwen-Tor zurückzukehren: Nach Bonmanns Verletzung stand der Langzeit-Löwe (seit 2008 im Verein) schon am sechsten Spieltag wieder zwischen den Pfosten. So zuverlässig, wie er das Tor bis Saisonende hütete, bestätigte er dabei Bierofkas Einschätzungen: Was seine Paraden und unzählige Eins-gegen-Eins-Duelle anbelangt, agierte Hiller bärenstark. Auch im Herauslaufen verbesserte er sich. Top: Er hielt drei von sechs Elfmetern.

Jetzt kommt das Aber: Seine große Schwäche ist und bleibt der Umgang mit dem Spielgerät mit den "falschen" Gliedmaßen. Bei Rückpässen pflegen die Sechzger-Fans den Atem anzuhalten – und Hiller kann gleich mehrmals von Glück reden, dass der ein oder andere Aussetzer folgenlos blieb. Im Saisonfinale bei Carl Zeiss Jena erwischte es ihn schließlich: Hiller verschuldete einen Gegentreffer durch einen Fehlpass genau in die Beine des Gegners.

Unter dem Strich stehen 46 Gegentore, acht Mal hielt Hiller den Kasten sauber. Der junge Schlussmann hat auch in der 3. Liga Fuß gefasst – aber hauptsächlich in besagter Hinsicht auch noch reichlich Verbesserungspotenzial. Das Fazit: Hiller ist zwar ein Elfer-Killer – aber eben auch ein schwacher Kicker.

Hendrik Bonmann (6 Spiele), Note 4

Der 25-Jährige kam im Sommer 2017 als designierte Nummer eins – und wurde zu einem der größten Pechvögel der abgelaufenen Spielzeit. Zuerst das Sportliche: Fünf Spiele über 90 Minuten, in denen der schlaksige Keeper sechs Gegentore fing, insgesamt stark bis solide hielt (ein Mal ohne Gegentreffer). Dann diese Partie gegen Aufsteiger Energie Cottbus, in der er sich einen Bänderriss im Knie zuzog und mehrere Wochen ausfiel. Nachdem dieselbe Verletzung im Laufe des Aufbautrainings nochmal aufgebrochen war und sich eine Fußverletzung hinzugesellte, musste Bonmann die komplette Restsaison aussetzen. Neuer Versuch 2019/20 – diesmal mit mehr Glück?

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