AZ-Test Skoda Superb Combi Der wahre Raumgleiter

Platz da: Der schick gestylte Skoda Superb Combi ist ein echtes Raumwunder – die Beinfreiheit ist in dieser Klasse unschlagbar. Foto: Rudolf Huber

AZ-Test des neuen Skoda Superb Combi: Unschlagbares Platzangebot, kombiniert mit schickem Design und aktueller Technik zum (noch) volkstümlichen Preis.

 

München - Außen schick, innen groß: Mit dieser Kombination ist der aktuelle Skoda Superb Combi im Herbst durchgestartet. Der Raumtransporter der VW-Tochter schlägt seine Mitbewerber in der Mittelklasse in Sachen Platzangebot um Längen, verwöhnt mit modernster Technik und bleibt preislich am Boden. Er kann aber auch ganz schön nobel, wie das AZ-Testgefährt bewies.

Zuerst einmal erfreut das Design des Tschechen. Er setzt den aktuellen Skoda-Stil ins Großformatigere um, trifft mit seinen geraden Linien und den paar geschickt verteilten Sicken den Zeitgeschmack ziemlich gut. Innendrin herrschte im Testwagen gepflegte Noblesse – mit rumdum Leder in Executive-Beige, ein bisschen Holz und sonstigen feinen Materialien, die Augen und Händen schmeicheln. Und eben mit dem Gefühl von Weite. Die hinteren Passagiere haben mehr Beinfreiheit als in Luxuslimousinen, nach dem Öffnen der elektrisch betätigten Heckklappe fällt der Blick auf einen gewaltigen, glattflächigen Kofferraum mit niedriger Ladehöhe. 660 bis 1950 Liter passen rein – oder ein kleiner Umzug. Das ist wirklich phänomenal. Vor allem, weil sich die Länge von 4,86 Metern ja noch im alltaugstauglichen Rahmen bewegt. Skoda hat im Superb Combi die Rekordzahl von 31 so genannten „Simply Clever“-Ideen versteckt, wie etwa die zwei Regenschirme in den Vordertüren, den Eiskratzer im Tankdeckel oder die 230 Volt-Steckdose im Fond. Das vermittelt das angenehme Gefühl: Da hat wer mitgedacht. Auch bei der Bedienung von Infotainment-System und Touchscreen, die weitestgehend problemlos und selbsterklärend funktioniert.

Um den Ausgangspreis in sozialverträglichen Bereichen zu belassen, wurde serienmäßig nur die reine Basis an Asstistenzsystemen installiert. Zusätzlich zu den sieben Airbags sorgen die Multikollisionsbremse und der Front Assist mit City-Notbremsfunktion für Sicherheit, mehr davon wie den Adaptiven Abstandsassistent ACC und den Spurhalte-, Spurwechsel- und Ausparkassistenten gibt es auch in der getesteten Spitzenversion Laurin & Klement nur gegen Aufpreis. Dafür ist ein anderes Zuckerl serienmäßig installiert. Nämlich die Fahrwerksregelung Dynamic Chassis Control samt der Fahrprofilauswahl namens Driving Mode Select aus. Dieses komplette Paket aus je nach Lust und Laune einstellbarem Fahrwerk und Lenkung hinterließ im AZ-Test einen dem äußeren Auftritt angemessenen souveränen Eindruck: Der Superb liegt satt auf der Straße, lässt sich auch durch üble Lenkfehler nicht aus der Ruhe bringen und sorgt für den erwarteten Komfort auch auf der Langstrecke.

Ein bisschen Eingewöhnung erforderte die getestete Kombination aus 190 PS starkem Zweiliter-TDI, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und Start-Stopp-Automatik. Letztere sorgte mit einer leichten Verzögerung vor dem Losfahren etwa an der Ampel dafür, dass automatisch ein bisschen zu viel Gas gegeben wurde – und dann ging es etwas unrund voran. Einmal in Fahrt, stellte sich Entspannung ein. Ein besonders sportliches Auto ist der Superb Combi auch mit dem großen Diesel nicht, aber ein souveräner Gleiter. Und wenn's doch mal flinker gehen soll, reicht ein Zug am Schalthebel, um das Fahrprogramm „S“ wie Sport zu aktivieren. Die Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 7,7 Sekunden, 228 km/h Spitze. Der Durst des Dieselmotors hielt sich in überschaubaren Grenzen, der Verbrauch pendelte zwischen 6,4 und 7,6 Litern, im Schnitt kamen 6,8 Liter raus. Ach ja, man könnte ihn ob seiner unauffälligen Effizienz fast vergessen: Der Testwagen hatte auch noch Allradantrieb an Bord, der mangels Schnee im Tal nur kurz auf einem Skilift-Parkplatz zeigen konnte, dass er prima funktioniert und reichlich Traktion auf alle Viere liefert.

Mindestens 37.590 Euro muss man für den 4x4-190 PS-Combi ausgeben, als Laurin & Klement sind 43 350 Euro fällig. Und es gibt noch reichlich Möglichkeiten, den Preis zu erhöhen - mit schlüssellosem Zugangssystem, Fernlichtautomatik, einem belüfteten Fahrersitz und, und und. Es geht aber auch deutlich billiger: Der Einstiegs-Combi mit 125 PS starkem Benziner kostet ab 25 890 Euro. Und bietet genau so viel Platz.

 

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