AZ-Stadtspaziergänger Unterwegs im dörflichen Obermenzing

Die Keimzelle von Menzing: St.-Georgs-Kircherl, Feldweg, Würm – das Bild ist stimmig. Foto: Sigi Müller

Dieses Mal besucht der Stadtspaziergänger den alten Ortskern von Menzing, der sich recht gut gehalten hat.

 

Obermenzing - Vor einiger Zeit hatte ich ja über einen wildromantischen Teil der Würm in Obermenzing berichtet. Geht man von da aus flussaufwärts, kommt man in das alte Dorf Obermenzing.

Vieles hat sich hier noch erhalten. Die Dorfstraße mit dem Alten Wirt, dem ältesten Wirtshaus in München. Seit 1417 ist hier eine Wirtschaft belegt, das heutige Gasthaus stammt aus dem Jahr 1589.

Die Kirche St. Georg steht gleich gegenüber, erstmals erwähnt 1315 steht die im Kern romanische, dann gotisch umgebaute Kirche auf Fundamenten eines Vorgängerbaus aus dem neunten Jahrhundert. Auf dem 1970 aufgelassenen Friedhof drumherum wird seit 2016 wieder bestattet.

Eine Augenweide: Grün und dörflich

Viel Grün gibt’s hier rundum, gerade blühen die Kastanien an der Würm – eine Augenweide. Vorbei am Weichandhof aus dem 18. Jahrhundert zur bunt blühenden Wiese rund um das 1726 erbaute Carlhäusl – auf der anderen Bachseite "Die Mühle", bereits 1397 im Wessobrunner Urbar für Obermenzing erwähnt. Geschichte pur.

Der Weg führt bald unter der Verdistraße hindurch und durch üppiges Grün, vorbei zur rechten an einem kleinen Teich, auf dem auf einem kleinen Inselchen im Wasser ein Blesshuhn brütet. Bald komme ich an das Denkmal, das an den Todesmarsch der KZ-Häftlinge aus Dachau im Mai 1945 erinnert.

Dahinter spiegelt sich wunderschön im See die Blutenburg aus dem 15. Jahrhundert. Ein Schwan schwimmt auf dem Wasser, und ein Weg lädt ein, einmal rund um die Burg zu gehen und alles anzuschauen, oder auf der großen Uferwiese am See zu rasten.

Im Hintergrund, ein bisschen im Dunst und Gegenlicht, sieht man den wuchtigen Turm der Kirche Leiden Christi mit der markanten Zwiebelhaube, der 1924 geweihten Pfarrkirche Obermenzings. Ein Weg durchs Feld führt auch zur Kirche. Insgesamt ein sehr schöner, noch sehr ursprünglicher Teil Münchens, für den man sich beim Besuch viel Zeit nehmen sollte. Und irgendwann gibt’s sicher auch wieder einen Schweinsbraten und eine Maß in einem der schönen alten Wirtshäuser. Ich freue mich drauf!

In diesem Sinne eine schöne Woche,

Ihr Sigi Müller

Lesen Sie hier: Ein Käfig als Brücke am Deutschen Museum

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