AZ-Serie: Ihr Viertel 2040 Der Münchner Norden: Milbertshofen - Am Hart ist jung und bunt

Unverkennbar farbenfroh: Das Stadtteil- und Einkaufszentrum Mira wurde 2008 in der Nordhaide an der Schleißheimer Straße eröffnet. Foto: Sigi Müller

BMW und andere Industriebetriebe werden knapp 10.000 Neubürger nach Milbertshofen-Am Hart locken – vor allem ausgebildete Leute aus dem Ausland.

 

München - Im Süden der Petuelring, im Norden die Stadtgrenze, dazwischen ein schmaler Streifen zwischen Ingolstädter und Schleißheimer Straße: Im südlichen Teil prägen der BMW-Vierzylinder und die vielen Arbeiter- und Sozialwohnungen drumherum die Stadtteile Am Riesenfeld und Milbertshofen, wo sich in den 60er Jahren viele Gastarbeiter aus Italien, Griechenland und der Türkei angesiedelt haben. Inzwischen lebt die Enkelgeneration hier.

Milbertshofen-Am Hart: Jeder Fünfte zwischen 20 und 29

Im Südosten gehören auch das Olympiagelände, der Olympiaturm und die Hochhäuser im Olympiadorf zum Stadtbezirk.

Nördlich des Frankfurter Rings trennt ein breiter Gewerbegürtel Milbertshofen vom Bezirksteil Am Hart. Dort gibt es noch einige alte Einfamilienhäusl der ehemaligen "Reichskleinsiedlungen". Stück für Stück aber baut die Erbengeneration nun Neubau-Mehrspänner in die Grundstücksidylle.

Milbertshofen - Am Hart: 40 Prozent haben Migrationshintergrund

Aktuell leben rund 75.000 Menschen in Milbertshofen-Am Hart, jeder fünfte Bewohner ist 20 bis 29 Jahre jung; unterm Strich ist nur das Studentenviertel Maxvorstadt jünger (da ist jeder Vierte in dieser Altersklasse).

Schon jetzt hat der Bezirk mit rund 40 Prozent den höchsten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Der wird laut den Prognosen im städtischen Demografiebericht bis zum Jahr 2040 auf fast 45 Prozent anwachsen. Dann wird also fast jeder zweite Viertelbewohner ausländische Wurzeln haben.

Industrieunternehmen schaffen 10.000 neue Arbeitsplätze

Wie das kommt? Die Industrieunternehmen, vor allem BMW, werden bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen. "Das werden hoch qualifizierte Jobs sein, für die viele Leute aus dem Ausland kommen", erklärt der Chef des örtlichen Bezirksausschusses Fredy Hummel-Haslauer (SPD).

9.500 Neubürger erwarten die Demografen. Sie werden in die Neubaugebiete an der Neuherberg-/Rockefellerstraße ziehen, in die nachverdichtete Harthof-Siedlung, ans Oberwiesenfeld, aufs Wackergelände und auch in das "Wohnen für Alle"-Projekt an der Schmalkaldener Straße.

Dass die vielen Nationalitäten im Viertel nicht harmonieren könnten, diese Sorge hat Hummel-Haslauer nicht. "Die, die schon da sind, vertragen sich ziemlich gut", sagt er. "Sie akzeptieren, dass die anderen da sind, weil sie selber ja ebenfalls da sind." Das Haus an der Riesenfeldstraße, in dem er wohne, habe 22 Parteien. "Davon sind vier Deutsche, die anderen sind Griechen, Türken, Franzosen, Polen oder Asiaten." Es seien "gesettelte Leute, die gutes Geld verdienen und oft Eigentumswohnungen haben". Die, die neu kommen, "werden gut ausgebildete Leute sein. Ich sehe da keine Probleme".

Es mangelt an Pflegeheimen und Ärzten

Woran es fehlt im Viertel? "Wir brauchen ein Seniorenwohn- und Pflegeheim, wir haben kein einziges", sagt der BA-Chef. "Und wir haben einen eklatanten Mangel an Haus- und Kinderärzten, das muss sich ändern."

Was es bis 2040 sonst noch braucht? Den S-Bahn-Nordring, sagt Hummel-Haslauer, wünsche man sich dringend im Stadtbezirk – vor allem für die BMW-Mitarbeiter, die teilweise ja auch aus dem Raum Dachau oder Fürstenfeldbruck anreisen. "Das würde unser Stau- und Parkplatzproblem lösen oder zumindest abschwächen."

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