AZ-Leserin aus Neuhausen "Früher war die Landshuter Allee eine Oase!"

Elfriede Hübner (78) wohnt seit 49 Jahren an der Ecke zur Landshuter. Damals war es dort idyllisch, schreibt sie. Doch dann kam Olympia - und damit der Verkehr.

 

Neuhausen - Als wir vor 49 Jahren einzogen, war diese Straße eine Oase, Ecke Landshuter Allee! Die Allee war in der Mitte voll von Bäumen, Bankerl, rechts und links eine kleine befahrbare Straße. Eine Idylle!

Dann kam die Olympiade und es war aus mit der Idylle. Wir wurden von der anderen Seite der Allee getrennt, mußten entweder über den Platz der Freiheit oder durch eine meist verdreckte Unterführung auf die Seite Richtung Nymphenburgerstraße oder zum Rotkreuzplatz gehen.

Die Lastwagen müssen jetzt Gott sei Dank seit einigen Jahren nicht mehr für die Ampel Dom-Pedro-Straße bremsen, die fingen nämlich schon bei der Hübnerstraße an, aber der Lärm und der Smog sind einfach unerträglich.

Wir haben zwar Lärmschutzfenster, aber telefonieren ist bei offener Balkontüre einfach unmöglich.

Ich bin jetzt schon lange in Rente, 78 Jahre alt, war vor fast 50 Jahren glücklich, eine Wohnung zu bekommen und bin auch heute noch froh, diese zu haben.

Die Bäume in der Allee und vor meinem Fenster sind die einzigen Lichtblicke und an alles andere habe ich mich schon so gewöhnt. Müssen!

Spielplätze für die armen Kinder? Keine in Sicht.

Nun wollen sie die Unterführung, die bei der Volkartstraße nach oben führt, verlängern, nur ich werde das wohl nicht mehr erleben. So, das wars.

Halt, noch was. Sämtliche kleine Läden werden geschlossen, Metzger, Schlecker, Schreibwaren. Das einzige Geschäft ist der Netto in der Landshuter Allee, aber ohne Frischfleisch. Also entweder wieder über den Platz der Freiheit oder durch die verdreckte Unterführung.

 

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