AZ-Kommentar Warum ich die Wiesn (heuer) nicht vermissen werde

, aktualisiert am 21.04.2020 - 12:54 Uhr
Solche Szene wird es heuer nicht geben. Entschleunigung, die gut tut. Foto: dpa/ Tobias Hase

Die Wiesn findet dieses Jahr nicht statt - völlig zu Recht. Doch nicht nur wegen der Corona-Pandemie war es schon längst überfällig, mal ein Jahr zu pausieren. Findet zumindest AZ-Redakteur Lukas Schauer.

 

Vielleicht gleich zu Beginn ein Geständnis: Ich gehöre schon immer eher zur Fraktion der Wiesn-Muffel. Ich bin in Sendling aufgewachsen, in Spuck-, bzw. Kotzweite zur Theresienwiese. Während des Oktoberfests ist das nicht immer schön (gewesen). Das ist ein Grund, warum ich es nicht bedauere, dass dieses Jahr kein Oktoberfest stattfinden wird. Und gruselige "Trachten", schlechte Musik sowie hyper-bavarisierende Begleitaktionen der Wiesn brauche ich eh nie.

Generell aber ist mir der Hype um das größte Volksfest der Welt zu künstlich geworden. Wie bei vielem, was angeblich das teuerste, beste, tollste oder größte ist, sorgt er dafür, dass der eigentliche Zauber verloren geht. Die Wiesn ist in vielen Belangen mittlerweile beliebig geworden. Vielleicht zeigt die Zwangspause ja dem ein oder anderen, dass er nicht das Fest an sich vermisst, sondern schlicht das pure Besäufnis im Wiesngewand.

Die wirtschaftlichen Folgen der Absage wiegen in der Tat schwer. Hier gilt es, umsichtig zu unterstützen. Wenn jeder, der sonst hunderte Euro im Wiesnzelt lässt, sich anstatt dessen in den Münchner Biergärten die ein oder andere Maß gönnt, ist zumindest vielen Brauereien und Wirten auch geholfen.

Ansonsten gilt natürlich: Nach der (abgesagten) Wiesn 2020 ist vor der Wiesn 2021. Und Vorfreude ist ja bekanntermaßen die schönste Freude...

 

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