AZ-Kommentar Von "Ich lasse 1860 nie mehr los" in die Bedeutungslosigkeit

Künftig wird es der TSV 1860 München mit Vereinen wie dem SV Seligenporten zu tun bekommen. Foto: dpa

Im April gab Hasan Ismaik ein Versprechen via Facebook ab. "Ich lasse 1860 nie mehr los", schrieb der Jordanier. Nun ist der Verein in der Bedeutungslosigkeit angekommen - und der Investor bleibt an Bord. Er kann den Klub dann vollends umbauen.

 

München - "Leider ist es Herr Ismaik (sic) derzeit nicht möglich, den erheblichen Betrag, der für die 3. Liga benötigt wird, bereitzustellen". Mit diesen Worten der Presserklärung von Hasan Ismaiks Unternehmen HAM International Limited endet die Ära von 1860 München im deutschen Profifußball.

Im April dieses Jahres postete der Investor auf Facebook ein Statement, das sich nun anders liest. "Selbst wenn wir absteigen bleibe ich an Eurer Seite. Ich lasse 1860 nie mehr los", schrieb der Geldgeber (AZ berichtete). Dieses Versprechen hat er nicht gehalten. Zumindest nicht, was den Profifußball betrifft.

Aus der Mitteilung der HAM geht hervor, dass Ismaik den Klub auch in der 4. und 5. Liga unterstützen und "notwendige Veränderungen vorantreiben" will. Was damit wohl gemeint ist? Vielleicht eine komplette Übernahme des Vereins. Im Amateurfußball gilt die 50+1-Regel des DFB nicht. Allerdings: In der Regionalliga Bayern unter Trägerschaft des Bayerischen Fußballverbandes gilt sie schon.

Ismaik könnte nun trotzdem endlich versuchen das zu finalisieren, was er wohl schon seit seinem Einstieg 2011 wollte: Die alleinige Entscheidungsgewalt beim TSV 1860 München. Ohne ein Weisungsrecht des e.V.s an den Geschäftsführer. Diese Bedingungen stellte der Jordanier im Vorfeld des Abstiegs - und der Verein wehrte sich allem Anschein nach bis zum Ende.

Nun gibt es also keine Lizenz für die dritte Liga - und Ismaik bleibt an Bord. Das ist vielleicht die schlimmste Konstellation für den TSV 1860 München. Ausgang ungewiss.

 

34 Kommentare