AZ-Kommentar Taktieren für Fortgeschrittene: Söder bleibt im Spiel

Im Kampf um die Kanzlerkandidatur ist Markus Söder weiterhin dabei, auch wenn er das nicht zugibt. Foto: Katharina Federl

Politik-Chefin Natalie Kettinger über Söders hintergründigen Zeitplan.

 

Da hält sich doch jemand geschickt ein Hintertürchen offen... Markus Söder hat recht, wenn er davor warnt, bereits jetzt einen Unions-Kanzlerkandidaten zu benennen. Der würde neben der weiterhin amtierenden Regierungschefin eine ebenso blasse Figur abgeben wie Annegret Kramp-Karrenbauer – oder die CDU noch tiefer in die Spaltung stürzen, wenn er gegen Angela Merkel aufbegehrt. Außerdem hätte ihn der durchaus gnadenlose Politikbetrieb vielleicht verbrannt, bevor der Bundestagswahlkampf richtig losgeht. Wahrscheinlichste Folge: Der nächste Kanzler hieße Robert Habeck.

Zudem hält sich Söder mit dem von ihm favorisierten Zeitplan selbst im Spiel um die K-Frage. Wer bliebe denn übrig, sollte Friedrich Merz doch noch über seine Blackrock-Vergangenheit stolpern, Jens Spahn weiterhin als zu jung befunden werden und Armin Laschet lieber in Düsseldorf bleiben wollen? Und auch wenn Söder jegliche Berliner Ambitionen mantramäßig von sich weist – seine staatstragenden Auftritte sprechen eine ganz andere Sprache.

 

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