AZ-Kommentar Probleme im Gesundheitswesen: Verschlafen

Es gibt viele Probleme im Gesundheitswesen Foto: imago

AZ-Politikredakteur Tobias Wolf über die Probleme im Gesundheitswesen.

 

Der demografische Wandel ist ein schleichender Prozess. Dass die deutsche Gesellschaft immer älter wird, ist nicht erst seit gestern bekannt. Bereits seit den 70er Jahren ist die Sterberate höher als die Zahl der Geburten. Gleichzeitig nimmt seit Jahrzehnten die Lebenserwartung stetig zu.

Doch ob Ulla Schmidt (2001-2009/SPD), Philipp Rösler (2009-2011/FDP), Daniel Bahr (2011-2013/FDP) oder aktuell Hermann Gröhe (CDU): Die Gesundheitsminister der jüngeren Vergangenheit haben die Entwicklung gehörig verschlafen.

Jahrelang Warnungen ignoriert

Somit werden die Auswirkungen des demografischen Wandels insbesondere in der Versorgung älterer Menschen immer spürbarer und drastischer. In Krankenhäusern, Seniorenheimen und bei Pflegediensten fehlt es an allen Ecken und Enden an Personal.

Viele Angestellte im Gesundheitswesen sind im Dauerstress, stehen am Rande der Belastungsgrenze oder geben gar verzweifelt auf – mit schwerwiegenden Folgen für Patienten und Pflegebedürftige.

Ausbildungsinitiativen, bessere berufliche Rahmenbedingungen und eine faire Bezahlung hätte es schon vor Jahren gebraucht. Doch die Warnungen der Bevölkerungsforscher sind offenbar nicht bis ins Gesundheitsministerium vorgedrungen.

 

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