AZ-Kommentar Polizei auf Instagram: Zu viel des Guten

"Eitelkeiten und Gepose sind für die Exekutive des Staates ein No-Go." Ein Kommentar von AZ-Chefreporterin Nina Job. Foto: Polizei, Yui Mok/PA Wire/dpa, AZ-Montage

Die bayerische Polizei ist jetzt auch auf Instagram aktiv. AZ-Chefreporterin Nina Job kommentiert die Social-Media-Auftritte der Polizei.

 

Küken in Polizeimützen, Geisterbahn-Skelette mit umgehängtem Wiesn-Herz, Polizisten auf Bobby-Cars – das alles und mehr gibt es schon auf den Facebook- und Twitter-Accounts der Münchner Polizei zu sehen.

Seit 2014 nutzt die Behörde Social-Media-Plattformen: Nicht nur, um die Öffentlichkeit zu informieren oder Fahndungen nach Straftätern zu verlinken, sondern zunehmend auch, um sich selbst in ein positives Licht zu rücken. Wir haben auch Humor, wir sind auch Menschen, wir nehmen nicht alles bierernst, soll die Botschaft sein – und viele Follower finden das ganz toll.

Sicherheit und Ordnung: Die beste Imagepflege

Nun geht die bayerische Polizei auch auf Instagram online. Auf ein werbefinanziertes Portal, das wie Facebook Mister Zuckerberg gehört. Man will nun auch die Jüngeren erreichen.

Müssen wir jetzt mit Hochglanzbildern von jungen Polizistinnen rechnen, die auf der Motorhaube von Streifenwagen posieren? Oder mit Selfies von der Motorradstaffel vor der untergehenden Sonne am Kleinhesseloher See? Imagepflege gut und schön, aber Eitelkeiten und Gepose sind für die Exekutive des Staates ein No-Go.

Geld kostet es außerdem: Denn die wuchernden Social-Media-Aktivitäten bedeuten auch, dass immer mehr gut ausgebildete, erfahrene Polizeibeamte - allesamt Waffenträger! - sich all das ausdenken und in Szene setzen müssen, damit sich die Welt darüber amüsiert (oder auch nicht). Die Aufgabe der Polizei ist es, die Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Wenn sie das gut macht, ist das die beste Imagepflege.

 

4 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading