AZ-Kommentar Papst Franziskus: Der Aufklärer

Eine völlig andere Herangehensweise als sein Vorgänger: Papst Franziskus. Foto: dpa/az

Deutliche Worte vom Papst: Die Kirche solle sich bei Homosexuellen entschuldigen. Der AZ-Korrespondent, Torsten Henke, über die Herangehensweise von Franziskus im Vergleich zu seinem Vorgänger Benedikt XVI.

 

Die Hardliner im Vatikan dürften sich wieder einmal in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt sehen. Der Papst ist offenbar fest entschlossen, die Machtprobe mit den konservativen Betonköpfen im Vatikan fortzusetzen, die schon zittern, wenn "der Chef" ein Flugzeug besteigt.

Denn meistens diktiert er den Journalisten über den Wolken etwas in ihre Blöcke, was die Mauern des Kirchenstaats erbeben lässt. Viele seiner Worte und Entscheidungen sind Zumutungen für jene, vor denen der geschwächte Benedikt XVI. kapituliert hat.

Benedikt XVI. hatten die Hardliner im Griff

Den früheren "Panzerkardinal" hatten die Hardliner "im Griff". Sie konnten sicher sein, dass bei "modernen" Themen wie Abtreibung, Homosexualität oder Geschiedenen alles bleibt, wie es ist.

Anders Franziskus, der nun erklärt hat, die Kirche sollte sich bei Homosexuellen entschuldigen. Und nicht nur bei ihnen, sondern auch bei "Frauen, die ausgenutzt, und Kindern, die zur Arbeit gezwungen wurden". Ebenso für die Waffen, die die Kirche gesegnet hat. All das eine einzige Provokation für die Konservativen. Das Thema Missbrauch lag schon Benedikt XVI. sehr am Herzen, doch Franziskus hat die Aufklärung forciert.

 

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