AZ-Interview mit Löwen-Stürmer Mölders' Tattoo-Versprechen: Beim Aufstieg Löwe auf die Brust!

Erwartet auch im Völklinger Stadion laute Löwen-Fans: Sascha Mölders Foto: sampics/Augenklick

Löwen-Stürmer Sascha Mölders spricht in der AZ über die Relegationsspiele - und eine mögliche Feier: "Wenn wir aufsteigen, sollen die Fans von mir aus ganz München abreißen."

 

München - Der 33-jährige Stürmer Sascha Mölders spielt seit 2016 beim TSV 1860, mit dem er gerade die Regionalliga-Meisterschaft geholt hat. In der Relegation um den Aufstieg geht es jetzt gegen Saarbrücken.

AZ: Herr Mölders, weil Sie auf ihrem Handy gerade den WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft vor sich haben: Sie finden sich ja gar nicht auf der Liste von Bundestrainer Jogi Löw wieder.
SASCHA MÖLDERS: Nein, hat wohl leider nicht ganz gereicht.

Aber wenn es mit Russland schon nicht klappt, bleibt ein Ziel: der Aufstieg mit den Löwen.
Die Liga ist rum, wir haben eine lange Saison positiv zu Ende gebracht. Wir wollten Meister werden, das haben wir geschafft. Jetzt kommt das ganz große Ziel. Ich kann für mich selbst nur sagen: Ich habe immer eher gegen den Abstieg gespielt. Jetzt will ich unbedingt einmal aufsteigen.

Am Donnerstag wartet der 1. FC Saarbrücken in Völklingen. Welches Hinspielergebnis würden Sie unterschreiben?
Ich kenne das Stadion nicht, aber das ist auch egal: Unsere Fans werden da sein, und sie werden laut sein. Ein Auswärtstor wäre nicht schlecht, ein Unentschieden auch nicht verkehrt. Aber ein Sieg wäre überragend. Und so gehe ich auch in die Spiele: Ich will beide gewinnen, dann brauchst du nicht zu rechnen.

Trainer Daniel Bierofka hat davon gesprochen, dass man Saarbrücken auf Sechzigs Niveau "herunterziehen" müsse.
Relegationsspiele sind für mich 50:50. Klar, Saarbrücken hat ein höheres Budget, einen größeren Kader und Top-Spieler. Aber: Wir haben auch Spieler, die höher gespielt haben. Ich in der Bundesliga. Wir haben Jungs, die schon 2. Liga gespielt haben und viele Jungs, die überdurchschnittlich in der Regionalliga gespielt haben. Wenn wir mit Angst hinfahren, haben wir keine Chance. Wenn ich merke, dass einer unsicher ist, werde ich helfen - nicht mit einem Arschtritt, sondern mit aufbauenden Worten. Es kann sowieso alles passieren, 'ne Rote für uns in der fünften Minute, oder für den Gegner. Wir müssen mit allem rechnen und wissen: Selbst wenn wir hinten liegen, können wir zurückkommen. Wir müssen uns vor niemandem verstecken. Und wenn wir daheim spielen, gibt es gar nichts mehr. Keine Nervosität. Es ist einfach überragend vor den eigenen Fans zu spielen.

"Sascha Mölders schießt Sechzig in die Dritte Liga" - das wäre für diesen Fall doch eine ganz annehmbare Schlagzeile für Sie, oder?
Ich bin Stürmer, habe in der Saison nicht schlecht getroffen und stehe öfter vor dem Tor als andere. Letzten Endes ist es egal, wer die Tore schießt. Wir wollen alle hoch!

Warum hätte Sechzig die Rückkehr in den Profifußball verdient?
Ein Meister sollte immer aufsteigen. Ich glaube, dass wir es auch verdient hätten, weil hier im Sommer nichts war: keine Mannschaft, keiner wusste, ob es überhaupt weitergeht. Biero hat es dann hervorragend gemacht, viele junge Spieler hochgeholt, ein paar alte erfahrene wie ich sind auch geblieben. Wir haben Rückschläge weggesteckt, wie die Derby-Niederlagen. Oder den Ausfall von Timo Gebhart. Auch der frühe Arschtritt in Buchbach (0:1,. d. Red.) war wichtig, um zu wissen, worauf es in der Regionalliga ankommt.

Stichwort Gebhart: Nun fällt er auch für die Relegation aus.
Für ihn selbst ist es am Allerschlimmsten. Für Nico Helmbrecht finde ich es auch krass, jetzt zu fehlen. Aber wir müssen sehen, dass wir das beeinflussen, was wir beeinflussen können. Jeder, der kann, muss alles aus sich herausholen. Und wenn wir dann aufsteigen, steigen wir auch für Timo auf, für Helmes und für andere Spieler. Mich hat zum Beispiel sehr gefreut, dass Dennis Dressel oder Mo Awata beim 4:1 in Bayreuth Tore geschossen haben, weil die Jungs das ganze Jahr Gas geben und sich jetzt belohnt haben. Auch ein Lukas Aigner. Die halten alle die Spannung für uns im Training hoch, stellen keine Ansprüche, das ist sehr selten. Und über unsere Fans brauchen wir gar nicht zu reden. Sie sind der Wahnsinn. Wenn wir aufsteigen, dann für alle Löwen.

Was sagen Sie als Spieler denn zur Diskussion um den Rathausbalkon? Dürfte Ihnen herzlich egal sein, oder?
Aber sowas von. Wenn wir aufsteigen, sollen die Fans von mir aus ganz München abreißen. Ob wir auf dem Rathausbalkon oder auf Giesings Höhen feiern? Erstmal müssen wir es schaffen. Danach mache ich alles mit.

Bisher zieren vier Ex-Vereine ihre Brust. Ein Löwen-Tattoo fehlt noch...
Ich habe immer gesagt: Es muss etwas Besonderes passieren, damit ich mir den Löwen auf die Brust tätowiere. Ich bin noch nie aufgestiegen, von daher wäre das etwas Besonderes.

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