AZ-Interview mit EHC-Star Training auf dem Bauernhof: Wie hält sich Koni Abeltshauser fit?

"Ein Bulldog-Frontlader ist für Klimmzüge einfach viel besser geeignet als so eine windige Stange im Türrahmen, die nicht mal richtig hält", sagt Konrafd Abeltshauser. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

EHC-Star Koni Abeltshauser lebt und trainiert derzeit auf dem Land - auf seine ganz eigene Weise. In der AZ erklärt er, warum jeder einen Bulldog bräuchte und warum Instagram für ihn gerade perfekt ist.

 

AZ: Herr Abeltshauser, Sie sind beim EHC und darüber hinaus als Gaudibursch bekannt. Wie schwer fällt es derzeit, den Humor nicht zu verlieren?
Konrad Abeltshauser: Es geht so. Einerseits ist es auch schön, wenn alles a bissl ruhiger ist und man selbst ein bisschen abschalten kann. Andererseits bin ich auch jemand, der total gern unter Leuten ist. Und da fällt mir das Abstandhalten schon schwer.

Keine Teamkameraden, kein Training, keine Freunde...
Das ist brutal hart. Aber wenigstens bin ich derzeit am Hof meiner Eltern. Da habe ich genug Platz, viele Trainingsmöglichkeiten und das Gefühl, dass ich jedem Tag noch viel Positives abgewinnen kann.

Abeltshauser über Training auf dem Land: "Man muss kreativ sein"

Kommen wir auf Ihr "Training" zu sprechen. Per Instagram geben Sie lustige Einblicke über die Möglichkeiten auf dem Bauernhof. Zuletzt präsentierten Sie unter anderem "Konis Bauern-Work-out" inklusive Baggerschaufel-Rudern oder Frontlader-Klimmzüge.
Das ist nicht nur Gaudi. Teils trainiere ich wirklich so. Ich hab mich da von den alten Rocky-Balboa-Filmen inspirieren lassen.

Das ist dank ihres neuesten Videos nicht zu übersehen.
Ja, die wurden im Training auch kreativ. Und ich hab mir da auch was überlegt, was ich mit den Möglichkeiten um mich herum machen könnte. Statt wie andere mit dem Hammer auf den Reifen zu hauen, hab ich ein Schlagschusstraining draus gemacht. Da muss man kreativ sein.

Was sagen die Coaches dazu? Halten die Ihr Hof-Training für eine gute Idee?
Natürlich haben wir vom Verein individuelle Pläne bekommen, an die ich mich auch halte. Aber jeder muss mit dem arbeiten, das ihm zur Verfügung steht. (lacht) Da habe ich doch auf dem Bauernhof viel bessere Bedingungen als in einer Stadtwohnung. Ein Bulldog-Frontlader ist für Klimmzüge einfach viel besser geeignet als so eine windige Stange im Türrahmen, die nicht mal richtig hält.

Aber nicht jeder hat eine Baggerschaufel oder einen Bulldog im Wohnzimmer. Da haben Sie ganz klare Vorteile gegenüber Ihren Teamkollegen.
Ich glaube schon, dass ich es da besser habe, zumal ich auch viel mehr Platz habe. Ich muss nicht aufpassen, dass ich beim Training daheim irgendeine Vase zerdeppere.

EHC-Star vermisst Teamkameraden trotz idyllischem Landleben

Ziehen Sie das Landleben generell der Großstadt vor?
Im Sommer oder in dieser Situation definitiv. Aber es hat schon beides seine schönen Seiten. Ich hab einfach das Glück, das ich beide Extreme voll ausleben kann: Von der Millionenstadt bis zum kleinen Bauerndorf. Ich kann in beide Welten voll eintauchen. Und durch diese Extreme weiß man das jeweils andere viel mehr zu schätzen.

Vermissen Sie Ihre Teamkameraden – trotz des schönen Landlebens?
Auf jeden Fall, gerade weil zu Beginn der Krise alles so schnell ging. Man hatte kaum Möglichkeiten, sich richtig von allen zu verabschieden, weil jeder nur schnell die Sachen gepackt hat und so schnell wie möglich nach Hause wollte. Da freut ma sich umso mehr, wenn es nach dem Sommer hoffentlich wieder losgeht.

Glauben Sie an den regulären Start im September?
Das kann ich schwer einschätzen, es ist ja, wie gesagt wurde, kein Gewitter, das einfach so vorüberzieht. Es wird alles seine Zeit dauern. Aber bis Ende August, hoffe ich, hat sich alles beruhigt.

Motivation für nächste Saison: "Wir wollen immer den Titel holen"

Die Deutsche Eishockey Liga bangt um Ihre Klubs. Denken Sie, dass die Liga sich verändern wird?
Das kann ich auch schwer sagen. Fakt ist, dass die Krise alle Klubs hart getroffen hat. Ich will generell, dass es allen Vereinen gut geht. Nicht nur den Eishockey-, oder Profi-Vereinen, auch allen Amateur-Klubs. Sport ist einfach wichtig für unsere Gesellschaft.

Nach dem vorzeitigen Saisonabbruch ohne Playoffs und Meisterschaft wird der EHC wohl zur nächsten Saison besonders motiviert sein.
Wir sind immer motiviert, wir wollen immer den Titel holen. Diesmal haben wir die Chance darauf leider nicht bekommen. Aber sie ist auch allen anderen Teams genommen worden, die sich für die Playoffs qualifiziert haben. Klar war es für uns sehr schade, weil wir nach 52 Spielen vorne waren. Aber die Entscheidung zum Abbruch war die richtige. Ich hab einmal einen Spruch gehört: "Es gibt einen Grund, warum die Frontscheibe im Auto so groß und die Rückspiegel so klein sind. Denn viel wichtiger ist, was vor uns, nicht das, was hinter uns liegt." Der passt da ganz gut.

Trotzdem ist es für einen EHC-Profi eine ungewohnt lange Sommerpause. Wie vertreiben Sie sich sonst die Zeit daheim?
Naja, viel kann man ned machen. Trainieren und den Eltern auf dem Hof helfen. Mehr gibt es eigentlich ned. (lacht) Aber wie gesagt, wir halten selten so eine lange Sommerpause. Vielleicht tut uns des auch mal ganz gut, wenn wir uns ein bisschen erholen können.

Und wenn es mit dem Eishockey so schnell nicht klappt, dann geht ja immer noch eine Karriere als Influencer, wie zuletzt gesehen.
Naja, zum Influencer reicht es wahrscheinlich ned ganz. Aber wenn man in dieser Zeit die Leute ein bisschen unterhalten kann, dann ist des doch auch was Schönes. Ich muss mich da gar nicht verstellen, ich bin genauso ein lustiger Vogel wie in den Videos. Und wenn andere meinen Humor teilen, dann passt des.

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